KlimaKompakt Nr. 79: Internationale Wahrnehmung der deutschen Energiewende

KlimaKompakt Nr. 79: Internationale Wahrnehmung der deutschen Energiewende

Editorial
Energiewende als Negativbeispiel?

Mit der Energiewende will Deutschland – hoffentlich auch unter der neuen Regierung – Pionier auf dem Weg in eine Welt niedriger CO2-Emissionen sein. Zu Recht. Wird die deutsche Energiewende weltweit als Erfolgsmodell wahrgenommen, stärkt sie die Akteure, die auch in anderen Ländern Effizienz und Erneuerbare Energien vorantreiben. Das neue globale Klimaschutzabkommen kann nur dann ambitioniert gelingen, wenn entscheidende Regierungen ausreichend Vertrauen in Klimaschutz als Wirtschaftschance haben.

Ende 2015 wollen sich die Staaten auf die Grundzüge des neuen Klimavertrages einigen. Umso interessierter blickt die Welt gerade auf Deutschlands Energiewende.

Stimmen aus so unterschiedlichen Ländern wie den USA und Indien zeigen, dass – obwohl die Energiewende work in progress ist – unterschiedlichste Akteure ihre jeweils nützlichen Schlüsse für die eigene nationale Energiepolitik ziehen. Doch klar ist auch: Es gibt in vielen Ländern ein Problem mit der Kommunika­tion und Wahrnehmung der komplexen Energiewende. Weil Informationen über Chancen und Erfolge des Ausbaus der Erneuerbaren zu wenig bekannt gemacht werden, wird über Deutschlands Energiewende oft im Zusammenhang mit steigenden Strompreisen, drohenden Blackouts und Deindustrialisierung berichtet. Das Vorbild Energiewende könnte dann also bis Ende 2015 in genau die falsche Richtung zeigen.

Oldag Caspar
Teamleiter Deutsche und EU-Klimapolitik

Rixa Schwarz
Referentin für Klima und Sicherheit
 

Viel Kritik und Unverständnis

Wahrnehmung der deutschen Energiewende in Polen

In vielen Ländern werden derzeit vor allem die Kosten der deutschen Energiewende für Haushalte und Industrie wahrgenommen.  >> mehr

„Deutschland hat die größten Hürden genommen“

Einschätzung zur Energiewende aus Indien

Brot für die Welt hat die internationale Kommunikation der Energiewende in die Hand genommen und Chandra Bhushan vom Centre for Science and Environment (CSE) für eine zweiwöchige Energiewende-Studienreise nach Deutschland eingeladen. Bhushans Fazit zeigt, dass auch in Indien die Kostenfrage die Skepsis um eine eigene Energiewende nährt. Bislang wird gefragt, ob – nicht wie – Indien die Transformation bewältigen kann.  >> mehr

USA gegen den internationalen Trend

Energiepolitik ohne Erneuerbare-Energien-Ziele

Das Washingtoner "World Resources Institute" und der Berliner Think Tank "Agora Energiewende" analysieren die deutsche Energiewende und ziehen Rückschlüsse für die US-Energiepolitik.  >> mehr