Pressemitteilung | 23.11.2012

Entschlossenes Signal für den Klimaschutz statt Sargnagel für Kyoto

Germanwatch fordert bei der UN-Klimakonferenz starke Rolle Deutschlands
Pressemitteilung

Bonn, 24.11.12: Zum ersten Mal findet vom 26. November bis zum 7. Dezember mit der COP18 in Doha (Katar) eine UN-Klimakonferenz im arabischen Raum statt. Nach den umfangreichen Beschlüssen vom Klimagipfel in Durban im letzten Jahr steht eine Vielzahl wichtiger Themen auf der Agenda. Doha kann ein wichtiger Meilenstein werden, wenn eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls, ein Fahrplan für mehr Klimaschutz vor 2020 und ein neues, bis 2015 zu verhandelndes, Klima-Abkommen beschlossen werden.

Sven Harmeling, Teamleiter Internationale Klimapolitik bei Germanwatch: "Während es für die Klimapolitik bisher ein Jahr des Stillstands war, zeigt der Klimawandel immer stärker sein Gesicht. Die Zeit wird knapp, um einen in großem Maßstab gefährlichen Klimawandel noch abzuwenden. Dem muss die Weltgemeinschaft ein entschlossenes Signal entgegensetzen. Das Kyoto-Protokoll darf nicht begraben werden. Der Start der zweiten Verpflichtungsperiode ab Januar 2013 muss ein Aufbruch-Signal sein. Es kann den Weg ebnen für ernsthafte Verhandlungen, die bis 2015 zu einem Abkommen für alle Staaten führen."

Nach Ansicht von Germanwatch kann die deutsche Bundesregierung durch entschlossenes Handeln in Doha den Klimaverhandlungen Rückenwind verschaffen. Sven Harmeling weist auf vier Punkte hin: "Die Deutsche Regierung muss der Weltgemeinschaft deutlich machen, dass sie die Energiewende entschlossen umsetzen wird. Sie sollte international ankündigen, dass sie sich dafür einsetzt, dass die EU ihr Emissionsminderungsziel so bald wie möglich auf mindestens 30 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 hochsetzt. Bisher hat sie schon ein Reduktionsziel von minus 17,5 Prozent erreicht. Sie sollte die bereits im neuen Bundeshaushalt eingestellten Mittel für die Klimafinanzierung nutzen, um den Entwicklungsländern ein klares Signal zu geben: Deutschland ist bereit seinen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu erhöhen. Im Hintergrund sollte Deutschland mit den besonders verletzlichen Entwicklungsländern und Inselstaaten, aber auch mit den besonders relevanten Staaten wie China und Indien und Südafrika Kooperationsmodelle weiter entwickeln. Der von Minister Altmaier anvisierte Energiewende-Club muss zu einem Zusammenschluss der ambitionierten Klima-Vorreiter werden."

Weitere Informationen und ein Ausblick auf Doha mit dem Titel "COP 18: Fortschritt oder Fata Morgana für die Klimapolitik?" finden Sie hier.

Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich an:

  • Sven Harmeling, Teamleiter Internationale Klimapolitik, Germanwatch, 0177 613 6431, harmeling@germanwatch.org (in Doha)
  • Larissa Neubauer, Pressereferentin, Germanwatch, 0151 252 11072, neubauer@germanwatch.org (in Bonn)