Aufbruchstimmung

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Germanwatch feierte 20-jähriges Jubiläum

Foto: Jäger und Loske
Prof. Dr. Carlo Jäger (li.) und Dr. Reinhard Loske bei der Jubiläumsveranstaltung; Foto: Tina Linster

"Ist ja irritierend“, stellte Jürgen Trittin mit einem leichten Augenzwinkern fest, „sind wir nicht überall Vorbild und besser?“ Er verwies damit auf das Motto der Jubiläumsfeier: „Entwicklungsland Deutschland – auf dem Weg zur großen Transformation?“.

Die leidenschaftlichen Debatten waren besonders bei den energiepolitischen Fragen von Aufbruchstimmung geprägt, aber auch weitere Themen regten zur Diskussion an. So stellte der ehemalige Vorsitzende des Weltklimarats Robert Watson das Zusammenspiel der Herausforderungen in den Bereichen Welternährung, Biodiversität und Klima eindrucksvoll dar. Auch wurde die Frage des Wachstums von Wirtschaft und Ressourcenverbrauch kontrovers diskutiert: Ist noch einiges Wachstum nötig, um den weltweiten Umbau der Energiesysteme durchführen und die Klimakrise bewältigen zu können? Oder ist – wie Angelika Zahrnt (BUND) forderte – eine rasche Abkehr vom Wachstum notwendig? Fast unumstritten war hingegen, dass die aktuelle Definition von „Wohlstand“ und damit die gängigen Wohlstandsindikatoren verbesserungswürdig sind.

Hinsichtlich der Erfordernisse in der deutschen Energiepolitik blieb die Forderung unwidersprochen, dass ein unwiderruflicher sofortiger Ausstieg aus dem Betrieb von acht Kernkraftwerken nötig sei. Ein beschleunigter Einstieg in Energieeffizienz und Erneuerbare, betonten insbesondere Norbert Röttgen, Jürgen Trittin und Ulrich Kelber, müsse jetzt vorangetrieben werden.

Die Diskussionen zeigten abermals, wie wichtig es ist, die ganze Gesellschaft auf dem Weg hin zu einer „Green Society“ mitzunehmen. Motivation und Hoffnung sollten vermittelt werden, so Greenpeace-Chef Kumi Naidoo. Martin Luther King habe bei seiner berühmten Rede ja auch nicht „I have a nightmare!“ ausgerufen, sondern: „I have a dream!“.

Neben vielen offiziellen Glückwünschen bekam Germanwatch auch „Zitat-Spenden“ von Teilnehmenden. Dieter Bareis, Lehrer aus Stuttgart, schrieb: „Als Einzelner kann man beim Klimaschutz und im Blick auf eine nachhaltige Entwicklung mehr erreichen als viele denken. Dennoch braucht man bei so wichtigen Anliegen einen guten Anwalt. Die Leute von Germanwatch sind meine Anwälte für eine zukunftsfähige Welt. Weiter viel Erfolg für Eure Lobby- und Aufklärungsarbeit!“.

Gerold Kier, Katrin Fillies

Einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos finden Sie unter www.germanwatch.org/20