Blogpost | 09.03.2021

Handeln und Wirkung – ein transformatives Rendezvous

Titelseite des Papiers
Transformative Bildung kann mehr als Wissen vermitteln oder zu nachhaltigem Konsum motivieren. Sie kann Türen öffnen für transformatives Engagement.

Die Welt zu einem besseren Ort machen? Das klingt doch gut! Wenn wir wollen, dass sich immer mehr Menschen an einem solchen sozial-ökonomischen Wandel beteiligen, müssen wir sie dabei unterstützen, transformative Handlungsoptionen zu entwickeln. Außerdem sollten wir sie in ihrem Engagement länger und anders begleiten, als wir es bisher getan haben.

Solange wir Dinge kaufen oder tun können, die unserer heutigen und zukünft igen Mitwelt schaden, solange steht die Frage im Raum, was jede*r Einzelne für ein nachhaltig-eres Leben tun kann. In vielen Fällen wird diese Frage mit unpolitischen Handlungsvorschlägen beantwortet, die die Verantwortung vor allem bei Verbraucher*innen sieht: „Konsumiere und lebe anders, informiere Dich und klicke hier – dann wird die Welt ein bisschen besser.“ Wir wissen, dass diese Antwort zwei Folgen hat:

 

  1. Die Handlungsangebote tragen selten dazu bei, die Ursachen der Probleme zu beseitigen.
  2. Motivation schlägt um in Stagnation bei denen, die etwas verändern wollen.

Wissen und Handeln per se reichen für den notwendigen Wandel nicht aus. Erst wenn Bildung den Anspruch verfolgt, gesellschaftlichen Wandel zu bewirken und nicht nur einer geschlossenen und meist kurzfristigen Projektlogik folgt, ergibt sich ein vielversprechendes transformatives Rendezvous von Handeln und Wirkung für die Bildungsarbeit. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass sich Bildungs-akteur*innen und Förderprogramme stärker auf die Lern- und Wirkungsräume von transformativem Engagement einlassen.

Damit Bildungsakteur*innen und Nachhaltigkeitsaktive transformative Handlungsmöglichkeiten anwenden und weiterentwickeln können, hat unser Team das Konzept des „Hand Prints“ entwickelt. Dabei geht es darum, zu gesellschaftlichem und politischem Handeln zu motivieren, das nicht-nachhaltige Strukturen bleibend verändert und auf diese Weise einen positiven Wandel bewirkt. Das Konzept hat bisher viel Zuspruch erhalten und zu spannenden Debatten in Aktionsgruppen, NGOs und großen Landesverbänden geführt. Mit diesen vielen neuen Anregungen aus der Bildungspraxis und Forschung im Gepäck werden wir uns nun noch stärker auf das Thema transformatives Engagement konzentrieren. Damit möchten wir Menschen, die sich für die sozial-ökologische Transformation einsetzen und Bildungsakteur*innen, die solche Personen ansprechen, weiter stärken und neue Angebote machen. In den kommenden Monaten werden wir uns auf folgende Schwerpunkte konzentrieren:

  1. Neue Methoden zum Hand Print, Praxishilfen, „Do it“-Guides und ein Hintergrundpapier zu transformativem Engagement
  2. Empowerment Programm, in dem wir engagierte Gruppen dabei begleiten, ihre transformativen Ideen praktisch umzusetzen
  3. Fachblog zum Thema transformative Bildung mit vielen Angeboten zu Dialog und Vernetzung für Bildungs- und Nachhaltigkeitsakteur*innen
  4. Online-Tool (www.handabdruck.eu), das spiele-risch und niedrigschwellig transformative Handlungsoptionen vorstellt und zu eigenem Engage-ment motiviert (zusammen mit Brot für die Welt)

Dieser Beitrag erschien im Mitglieder-Magazin EINBLICK 1|2021.

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Referent - Bildung für nachhaltige Entwicklung
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