Blogpost | 11.12.2017

UN-Anpassungsfonds feiert zehnjähriges Jubiläum

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Blog-Beitrag von Julia Grimm, Dezember 2017

Bereits 2001 entschied die internationale Staatengemeinschaft auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch über die Gründung eines Klima-Anpassungsfonds, der dann 2007 ins Leben gerufen wurde. Auf der COP23 feierte der Anpassungsfonds nun sein zehnjähriges Bestehen – Zeit, über vergangene Erfolge und zukünftige Entwicklungen zu reflektieren.


Der Anpassungsfonds zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Finanzierung für kleine, konkrete und dringliche Projekte in Entwicklungsländern bereitstellt. Neben seinem klaren Fokus auf besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen bietet er Ländern des Globalen Südens direkten Zugang zu Finanzierung. Konkret heißt das, dass nationale Institutionen aus Entwicklungsländern Gelder direkt beim Fonds beantragen können, ohne den Umweg über eine internationale Implementierungsorganisation gehen zu müssen. Der Anpassungsfonds war ein entscheidender Wegbereiter für die Umsetzung von Direktzugang zu Finanzierung. Mit seinen mittlerweile 27 nationalen Durchführungsorganisationen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Institutionen im Globalen Süden. In Sachen Transparenz und Möglichkeiten für zivilgesellschaftliche Beteiligung ist er ebenso ein Vorreiter. Seit 2010 hat der Fonds rund 462 Millionen Dollar in 73 Ländern für konkrete Aktivitäten zur Stärkung der Resilienz bereitgestellt, von denen insgesamt mehr als fünf Millionen Menschen profitieren.

Ursprünglich wurde der Anpassungsfonds aus einer Abgabe auf den internationalen Handel mit Emissionszertifikaten im Clean Development Mechanism gespeist. Das Handelsvolumen und der Zertifikatspreis sind in den letzten Jahren jedoch stark abgefallen und dieser innovative Finanzierungsweg ist kollabiert. Der Fonds ist daher momentan auf Zusagen von Geberländern angewiesen. Deutschland hat mit rund 224 Millionen US Dollar bisher mit Abstand die meisten Gelder in den Fonds gegeben (etwa die Hälfte der gesamten Finanzzusagen). Mit dem Ziel den Anpassungsfonds zu einem integralen Bestandteil der Klimafinanzarchitektur unter dem Pariser Abkommen zu machen, versprach die deutsche Umweltministerin schon am ersten der Tag der Klimakonferenz unter fidschianischer Präsidentschaft zusätzliche 50 Millionen Euro (rund 58 Millionen US Dollar) für den Fonds.

In den vergangenen Jahren hat der Anpassungsfond seine große Bedeutung uns seine momentan noch unerlässliche Rolle bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Entwicklungsländern beweisen können. Viele Industrieländer sehen diesen Mehrwert und unterstützten daher mit der Bereitstellung der nötigen finanziellen Ressourcen, dass der Fonds diese entscheidende Rolle auch in Zukunft fortführen kann – zumindest solange bis der Fonds einen neuen funktionierenden und innovativen Finanzierungsmechanismus aufweisen kann.

Die Weltklimakonferenz 2017 unter der Präsidentschaft von Fidschi in Bonn hat es geschafft die richtigen Weichen zu stellen, damit die bereits zehnjährige Erfolgsgeschichte des Anpassungsfonds fortgeschrieben werden kann. So schaffte es der Anpassungsfonds mit rund 93 Millionen US Dollar finanziellen Zusicherungen von Deutschland, Schweden, Italien, Wallonien und Irland während der COP23 seine jährliche Zielsetzung zur Ressourcenmobilisierung sogar zu übertreffen. Außerdem ist der Anpassungsfonds während der Klimakonferenz in Bonn noch einen weiteren Schritt dem Ziel näher gekommen in Zukunft dem Pariser Abkommen formell zu dienen. Aus einem ursprünglichen der Anpassungsfonds „könne dem Pariser Abkommen dienen“ wurde nach einem „sollte“ in Marrakesch nun in Bonn ein eindeutiges „soll dem Pariser Abkommen dienen“. In Anlehnung an diese Entscheidung müssen in 2018 in Kattowitz weitere Entscheidungen zur Struktur des Verwaltungs- und Entscheidungsorgans des Fonds, institutionellen Regelungen sowie Umwelt- und Sozialstandards und operierenden Modalitäten beschlossen werden. Ein endgültiger Beschluss zur Zukunft des Anpassungsfonds muss somit in 2018 auf der Klimakonferenz in Kattowitz getroffen werden. Deutschland könnte und sollte hier eine konstruktive Rolle einnehmen.


Dieser Artikel erschien erstmals bei der Deutschen Klimafinazierung am 05.12.2017.

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