Grün statt Braun: Die Initiative Climate Transparency setzt auf Transparenz als Treiber für eine CO2-neutrale Gesellschaft

Blog

Grün statt Braun: Die Initiative Climate Transparency setzt auf Transparenz als Treiber für eine CO2-neutrale Gesellschaft

Blog-Beitrag von Jan Burck (Germanwatch) und Hannah Schindler (Climate Transparency), März 2017

Blog Vorschaubild

Kein Land kann die Ursachen und Auswirkungen der globalen Klimakrise allein bewältigen. Für die notwendige internationale Kooperation braucht es ein hohes Maß an Transparenz über die Klimaschutzleistungen der einzelnen Staaten. Climate Transparency versucht hier einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Auf der Klimakonferenz von Paris Ende 2015 haben sich alle Staaten erstmals darauf geeinigt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad – möglichst sogar auf 1,5 Grad – zu begrenzen. Bis Mitte dieses Jahrhunderts müssen dafür weltweit die Treibhausgasemissionen auf nahezu Null zurückgefahren werden. Ohne schnelle Transformation – also einen Umbau – beispielsweise unserer Energiesysteme kann dies nicht gelingen. Sonst droht die Gefahr eines Temperaturanstiegs um bis zu fünf Grad bis Ende des Jahrhunderts. Die Folge wäre ein nicht mehr beherrschbarer Klimawandel mit katastrophalen Auswirkungen weltweit.

Eine Schlüsselrolle für das Gelingen dieser Transformation spielen die G20-Staaten. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer – darunter China, Indien, die USA und die EU – sind für etwa 75 Prozent der weltweit ausgestoßenen CO2-Emissionen verantwortlich. Gleichzeitig verfügen sie aber auch über die nötigen finanziellen Ressourcen, um eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft anzustoßen und Entwicklungsländer mitzuziehen. Der „Brown to Green Report“ von Climate Transparency zeigt, dass es zwar erste ernstzunehmende Anstrengungen der Staaten gibt; diese reichen bislang aber nicht aus, um die Erde vor einem gefährlichen Klimawandel zu schützen.

Wie aber schafft man es, Regierungen dazu zu bringen, ihre Anstrengungen zu vergrößern? Peter Eigen (Mitgründer von Transparency International) und Alvaro Umaña (ehemaliger Umweltminister von Costa Rica) gründeten 2014 die Initiative Climate Transparency. Anhand von unabhängigen, vergleichbaren, umfassenden und leicht verständlichen Daten zeigt der Bericht von Climate Transparency, wie weit der Umbau von der fossilen zur grünen Wirtschaft in den einzelnen G20-Ländern fortgeschritten ist. Der Bericht richtet sich vor allem an diejenigen, so Climate Transparency, „die für das Klima wichtig sind, für die das Thema Klima aber nicht immer wichtig ist“ – beispielsweise Regierungschefs und Finanzminister. Neben politischen Entscheidungträgern spricht der Bericht aber auch zivilgesellschaftliche Akteure an, die oftmals als Antreiber einer grünen Transformation agieren. Offenlegung der Leistungen und auch der Verfehlungen der Staaten im Kampf gegen die globale Klimakrise ist absolut notwendig, um den öffentlichen Druck auf wichtige Entscheidungsträger in Regierungen zu erhöhen. Nur so kann überprüft werden, ob Staaten und Regierungen ihre Klimaversprechen einhalten und genug dafür tun, um einen gefährlichen Klimawandel zu verhindern.

Climate Transparency ist ein Konsortium von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus zehn der G20-Länder. Gemeinsam beraten sie darüber, welche Daten und Indikatoren zum Thema Klimaschutz und -finanzierung relevant sind und wie diese aufgearbeitet werden müssen, um übersichtlich und leicht verständlich zu sein. So werden aus der Masse an vorhandenen Daten die wichtigsten herausgefiltert und in leicht zugängliche Informationen umgewandelt. Ergebnis ist der jährliche „Brown to Green Report“, welcher in diesem Jahr bereits zum dritten Mal erscheinen wird. Zudem sollen Climate-Transparency-Workshops in verschiedenen G20-Ländern die nationale Klimadebatte über den internationalen Vergleich anregen. Welches Land Bremser und welches Vorreiter ist, lässt sich schnell feststellen. Es entsteht ein weiterer Anreiz für Regierungen, sich für das Klima einzusetzen, wenn sie im internationalen Vergleich bestehen wollen.


Die AutorInnen:

  • Jan Burck ist Teamleiter Deutsche und EU-Klimapolitik bei Germanwatch.
  • Hannah Schindler ist bei Climate Transparency verantwortlich für Kommunikation und Projektkoordination innerhalb der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform.

- Dieser Beitrag erschien zuerst im Magazin "Scheinwerfer, Ausgabe 74" von Transparency International mit dem Themenschwerpunkt "Nachhaltiger Tourismus und Klimaschutz". -

- Mehr zu Climate Transparency unter: www.climate-transparency.org -

Publikationsdatum
3/2017