Pressemitteilung | 02.12.2011

Deutsche Klimafinanzierung im Dauertest - Neue Website online

Pressemitteilung

Gemeinsame Pressemitteilung von Brot für die Welt, Germanwatch, Heinrich-Böll-Stiftung und Oxfam

 

Berlin/Durban, 2. Dezember 2011: Eine kritische Betrachtung der deutschen Klima-Hilfen: Das ist das Ziel einer heute von den drei Entwicklungsorganisationen „Brot für die Welt“, Germanwatch und Oxfam gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlichten Internetseite, die die finanziellen Hilfen Deutschlands für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungs- und Schwellenländern analysiert.

„Diese Website ist das erste Portal, das übersichtlich und leicht verständlich die wichtigsten Informationen zu Art, Umfang und Wirkung der deutschen Klimafinanzierung bereitstellt“, erklärt Lili Fuhr, Referentin für Internationale Umweltpolitik bei der Heinrich-Böll-Stiftung. Das Portal werde regelmäßig aktuelle Artikel zum Thema Klimafinanzierung veröffentlichen, außerdem Entwicklungen bei den UN-Klimaverhandlungen thematisieren, bei denen die finanzielle Unterstützung für die armen Länder eine zentrale Rolle spiele.

Einen Beitrag zu mehr Transparenz bei der Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern durch deutsche Steuergelder erwartet sich Jan Kowalzig, Klimareferent bei Oxfam: „Diese Transparenz ist extrem wichtig, um nachzuprüfen, ob Deutschland seinen Zusagen auch wirklich nachkommt und ob die Bundesregierung auch wirklich sinnvolle Maßnahmen unternimmt, die z.B. im Bereich Anpassung vor allem den ärmsten und vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen in den Entwicklungsländern zugutekommen."

Die Website zeige, dass Deutschland eine ganze Reihe von Finanzierungsinstrumenten aufgelegt habe und sich auch innovativer Mittel wie Emissionshandelserlöse bediene, was begrüßenswert sei, ergänzt Thomas Hirsch, Entwicklungspolitischer Beauftragter von „Brot für die Welt“: „Es wird aber deutlich, dass die Mittel noch weit hinter den Zusagen zurückbleiben und noch keine kohärente Gesamtstrategie erkennbar ist.“

Die Redakteure der Website wollen das Portal in Kürze durch eine Projektdatenbank ergänzen, die auf der Grundlage von ausgewählten Kriterien eine sehr viel spezifischere Bewertung der klimarelevanten Maßnahmen ermöglichen soll. Der Aufbau dieser Datenbank hänge allerdings von den Projektinformationen ab, die die Bundesregierung zur Verfügung stelle.

„Transparenz in Sachen Klimafinanzierung ist essentiell, um Vertrauen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern herzustellen - und daher auch für Deutschlands Glaubwürdigkeit auf internationalem Parkett unverzichtbar“, erklärt Anja Esch, Teamleiterin Finanzierung für Klima und Entwicklung/Ernährung bei Germanwatch: „Ohne Transparenz entzieht sich die deutsche Klimafinanzierung einer systematischen Beurteilung, die die Stärken und Schwächen darlegt. Hier wünschen wir uns ein Höchstmaß an Transparenz seitens der Bundesregierung und ermuntern sie, uns die erforderlichen Daten baldmöglichst zur Verfügung zu stellen.“

Die neue Webseite ist seit dem 2. Dezember 2011 online und zu erreichen unter:
www.deutscheklimafinanzierung.de (Deutsch) und www.germanclimatefinance.de (Englisch)
 

Fachkontakte in Durban

Brot für die Welt:

  • Thomas Hirsch, E: t.hirsch@brot-fuer-die-welt.de , T: +49 076 289 3520, M: +49 172 625 92 07

Germanwatch:

  • Sven Harmeling , E: harmeling@germanwatch.org , M: (ZA) +27 842 316 780

Heinrich-Böll-Stiftung:

  • Lili Fuhr, E: fuhr@boell.de , T: +49 30 28534 304, M: +49 151 4020 1775, M (ZA): +27 74 566 9027

Oxfam:

  • Jan Kowalzig, E: jkowalzig@oxfam.de, M: +49 177 4917135

Fachkontakt in Berlin

Germanwatch:

  • Anja Esch, E: esch@germanwatch.org , T: +49 30 2888 356 84