Pressemitteilung | 14.05.2004

Germanwatch unterstützt Forderung der ärmsten Länder zur Reform der EU-Zuckermarktordnung

Pressemitteilung

Berlin, den 14.5.2004: Im Rahmen einer von Germanwatch organisierten Fachtagung zum Thema "Die Reform der Zuckermarktordnung und ihre Konsequenzen für LDCs" forderten hochrangige Vertreter/-innen von LDCs (am wenigsten entwickelte Länder) nachdrücklich eine Berücksichtigung ihrer Entwicklungsanliegen in der zukünftigen EU-Zuckermarktordnung. "Eine Liberalisierung des Zuckersektors würde die Entwicklungschancen der am wenigsten entwickelten Länder gefährden", betont Marita Wiggerthale, Handelsexpertin bei Germanwatch.

"Wir erwarten von der deutschen Bundesregierung, dass sie sich gegen eine Liberalisierung des EU-Zuckermarktes ausspricht und sich für eine Zuckermarktordnung einsetzt, die uns den Export unseres Zuckers zu relativ hohen Preisen erlaubt", erklärt Dr. Ali Y. Ahmed, Vorsitzender der LDC Sugar Group in Brüssel und sudanesischer Botschafter. "Ein gut geregelter Zuckermarkt sollte nur zu einer allmählichen, geringen und vorhersehbaren Reduzierung der Verkaufspreise für importierten Zucker führen", führt er weiter aus. Dafür sei eine Aufrechterhaltung des Quotensystems unerläßlich.

Den LDCs wurde mit der Initiative "Alles außer Waffen" aus dem Jahr 2001 ein zoll- und quotenfreier Marktzugang ab 2009 für ihre Zuckerimporte versprochen. Angesichts der drohenden Liberalisierung des Zuckermarktes im Rahmen der anstehenden Reform der Zuckermarktordnung - einhergehend mit einem deutlichen Verfall der Verkaufspreise für Zucker - haben die LDCs am 3. März 2004 einen eigenen Reformvorschlag vorgelegt (Siehe: www.sugartraders.co.uk/proposal0304.pdf). Die derzeitige EU-Zuckermarktordnung läuft am 30. Juni 2006 aus. Ein Legislativvorschlag der EU-Kommission wird nicht vor Anfang 2005 erwartet.

Weitere Forderungen von Germanwatch zur Reform der Zuckermarktordnung  sind: Beendigung des Exportdumpings, Einstellung der Zuckerexporte der EU, verbesserter Marktzugang für die ärmsten Länder, Kompensation von AKP-Staaten und die Förderung einer sozial- und umweltverträglichen Zuckerproduktion in der EU.
 

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