Pressemitteilung | 02.10.2017

Ohne zügigen Kohleausstieg kein ausreichender Klimaschutz

Germanwatch kommentiert die heute erschienene Stellungnahme des Sachverständigenrats für Umweltfragen
Pressemitteilung

Berlin/Bonn (2. Okt. 2017). Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch begrüßt die klaren Empfehlungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen in Bezug auf einen Kohleausstieg. Dazu sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch:

"Der Bericht der Sachverständigen könnte nicht eindeutiger sein: Ohne einen zügigen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle wird Deutschland keinen ausreichenden Beitrag zum Klimaschutz leisten können und das Ziel von 40 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2020 krachend verfehlen. Daher muss der Kohleausstieg ein Kernthema der kommenden Koalitionsverhandlungen sein. Der Einstieg in einen geordneten Kohleausstieg ist nicht nur aus Sicht der Klimawissenschaft unabdingbar, sondern auch notwendig, um unkontrollierte Strukturbrüche auf Kosten der Beschäftigten zu verhindern. Nicht zuletzt würde er endlich wirksam die Gesundheit der Menschen schützen, die in Regionen mit Kohlekraftwerken leben.

Dabei muss klar sein: Wirksamer Kohleausstieg bedeutet, dass die ältesten und schmutzigsten Kraftwerke noch vor 2020 vom Netz müssen und weitere Abschaltungen mit dem Klimaziel von mindestens 55 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2030 kohärent sein müssen. Das wäre auch international ein dringend notwendiges Signal für die klimapolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands. Seit acht Jahren sind die CO2-Emissionen hierzulande nicht mehr gesunken! Die kommende Bundesregierung muss zudem auch die anderen Sektoren im Blick haben. Der Umbau zu einem treibhausgasneutralen Land darf sich nicht auf den Energiesektor beschränken, sondern er muss vor allem im Verkehrsbereich und bei den Gebäuden fortgesetzt werden."