Eine Frage der Gerechtigkeit: Katholische Kirche fordert von der Bundesregierung und der EU engagierten Klimaschutz.

Pressemitteilung

Eine Frage der Gerechtigkeit: Katholische Kirche fordert von der Bundesregierung und der EU engagierten Klimaschutz.

Bild: Germanwatch Pressemitteilung

Bonn, 27.9.06. Von Grönland bis zum Himalaja, von Spanien bis New Orleans werden die dramatischen Folgen des globalen Klimawandels immer sichtbarer. Die Deutsche Katholische Bischofskonferenz (DBK) fordert in der Stellungnahme "Der Klimawandel: Brennpunkt globaler, intergenerationeller und ökologischer Gerechtigkeit" in doppeltem Sinne Klimagerechtigkeit ein: erstens die Treibhausgasemissionen zur Begrenzung des Klimawandels drastisch zu verringern, um den Klimawandel einzudämmen; und zweitens von den Hauptverursacher-Staaten, darunter Deutschland, Unterstützungs- und Kompensationszahlung für die Betroffenen des Klimawandels zu leisten.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, begrüßt die klare Positionierung der katholischen Bischöfe für engagierten Klimaschutz und Gerechtigkeit gegenüber den Betroffenen des Klimawandels als wichtigen Impuls für eine gesellschaftliche Debatte. "Die Deutsche Katholische Bischofskonferenz (DBK) reagiert mit ihrer Stellungnahme wissenschaftlich sehr fundiert auf den moralischen Skandal des globalen Klimawandels: Verursacher und Betroffene des Klimawandels sind in aller Regel nicht dieselben." Am verwundbarsten seien die Ärmsten und künftige Generationen, die fast oder gar nicht zum Klimawandel beigetragen haben. "Wenn es gelingt, die zentralen Leitmaßstäbe des Textes "Würde des Menschen als Bild Gottes" und "(abgestufter) Eigenwert der Schöpfung" als Eckpunkte der Klimadebatte in eine weltanschaulich neutrale Sprache zu übersetzen, kann davon ein wesentlicher Impuls für die Debatte weit über die Kirche hinaus ausgehen", so Bals.

Wichtig sei auch, dass in dem Papier Unterstützung der besonders betroffenen Menschen in Entwicklungsländern bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels "nicht als Frage des Mitleids, sondern als Frage der Gerechtigkeit thematisiert wird", ergänzt Sven Harmeling, Referent für Klima und Entwicklung bei Germanwatch. In diesem Sinne werde in dem Papier gefordert, dass verbindliche vertragliche Verpflichtungen zu Unterstützungszahlungen die bisherigen freiwilligen Zahlungen ablösen.

Germanwatch begrüßt, dass die katholische Kirche als wichtiger gesellschaftlicher Akteur eine klimapolitische Vorreiterrolle Deutschlands und der EU einfordert und dabei an die Vorteile einer engagierten Klimapolitik erinnert, die sich z.B. durch technologische Innovationen im Bereich der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien ergeben könnten. "Dies ist ein wichtiges Signal in doppelter Hinsicht: Zum einen sendet es eine klare Forderung zum Handeln an die deutsche Regierung, die im kommenden Jahr die EU- und G8-Präsidentschaften übernimmt. Zum einen zeigt es, dass die Forderung nach einer dem Problem angemessenen Klimastrategie gesellschaftliche Unterstützung weit über die Ökoszene hinaus findet."
 

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  • Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer Germanwatch, Tel. 0228-60492-17

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27. September 2006 · zuletzt geändert: 29. September 2006