Germanwatch-Vorschlag für eine Neue Agrarpolitik der EU

Positionspapier

Germanwatch-Vorschlag für eine Neue Agrarpolitik der EU

Transparenz für Verbraucher*innen und Steuerzahlende

Cover: GW Neue Agrarpolitik

Rund 65 Prozent der Europäer*innen wollen laut repräsentativen Umfragen von Eurobarometer die Agrarpolitik der Europäischen Union (EU) in Brüssel verwaltet sehen – ein klarer, pro-europäischer Auftrag. Allerdings fordern die Bürger*innen eine radikale Wende hin zu neuen Inhalten: Klima- und Tierschutz sollen künftig mit Hilfe der EU-Agrarpolitik gesichert werden. Nach der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln, gilt der Tierschutz als zweitwichtigste Aufgabe der Landwirtschaft. Auch die Einkommenssicherung in ländlichen Regionen steht hoch im Kurs. Sollen Umwelt, Tierschutz und soziale Gerechtigkeit künftig Priorität erhalten, muss die Agrarpolitik tiefgreifend reformiert werden. 

Um diese Forderungen zu konkretisieren, legt Germanwatch ein Modell für eine Neue Agrarpolitik vor. Im Zentrum stehen dabei Transparenz sowie Klima- und Tierschutz als Voraussetzungen für gesellschaftliche Akzeptanz. Konkret sollen künftig wie bei der Eierkennzeichnung alle Lebensmittel EU-weit einheitlich in die Kategorien 0,1,2,3 eingeteilt und gekennzeichnet werden. Die Ziffer 0 entspricht den Anforderungen des EU-Ökolandbaus. Die Ziffern 1 und 2 kennzeichnen Produkte von Bauernhöfen mit geringerem Pestizideinsatz, tierfreundlicher Weidehaltung, mehr Platz je Tier im Stall und wenig Antibiotikabedarf. Die Ziffer 3 zeigt an, dass ein Produkt von Agrarbetrieben stammt, die lediglich gesetzliche Mindestanforderungen eingehalten haben. Ein Kürzel für die regionale Herkunft findet sich neben dem Code – genau wie heute schon beim Ei.

AutorInnen
Reinhild Benning und Tobias Reichert
Seiten
4
Publikationsdatum
7/2017