Klima-Risiko-Index: Serbien, Afghanistan sowie Bosnien und Herzegowina 2014 am stärksten von Wetterextremen betroffen

Pressemitteilung

Klima-Risiko-Index: Serbien, Afghanistan sowie Bosnien und Herzegowina 2014 am stärksten von Wetterextremen betroffen

Langfrist-Index: Klimarisiken für arme Länder weiterhin am größten, aber Deutschland stärker betroffen als jede andere Industrienation / Germanwatch: Index unterstreicht Notwendigkeit eines starken Abkommens

Bild: Germanwatch Pressemitteilung

Paris/Bonn (3. Dez. 2015). Serbien, Afghanistan sowie Bosnien und Herzegowina waren im vergangenen Jahr am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen. Dies ist ein Ergebnis des Globalen Klima-Risiko-Index, den die Umwelt-  und Entwicklungsorganisation Germanwatch heute beim Klimagipfel in Paris vorgestellt hat. "Starkregen, Überflutungen und Erdrutsche sind die dominierenden Schadensursachen im neuen Klima-Risiko-Index", sagt Sönke Kreft, Hauptautor der Studie und Teamleiter für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch. "Schäden durch zunehmenden Niederschlag sind ein Risiko, auf das sich die Menschen und Staaten in einer wärmeren Atmosphäre besser einstellen müssen."

Kreft weiter: "Im vergangenen Jahr wurden mit Serbien und Bosnien-Herzegowina zwei arme Länder Europas am härtesten getroffen." Auch für den Langfrist-Index, der die vergangenen 20 Jahre betrachtet, gelte: Die armen Staaten weltweit leiden am meisten unter den Folgen von Überflutungen, Stürmen und Hitzewellen. "Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht fair", so Kreft. "Es trifft vor allem diejenigen, die am wenigsten dazu beigetragen haben und die sich am schlechtesten schützen können. Neun von den zehn im Index durch Wetterextreme meistbetroffenen Ländern der Jahre 1995 bis 2014 kommen aus der Gruppe der Staaten mit niedrigem oder unterem mittleren Einkommen. Die am stärksten betroffenen Länder seit 1995 sind Honduras, Myanmar und Haiti."

Weltweit forderten in den vergangenen 20 Jahren rund 15.000 Extremwetterereignisse mehr als 525.000 Menschenleben. Die direkten materiellen Verluste addierten sich auf knapp drei Billionen US-Dollar in Kaufkraftparitäten (PPP).

Pakistan und Philippinen werden immer wieder von Wetterextremen heimgesucht
Auch Deutschland hat in den vergangenen 20 Jahren mit extremen Wetterlagen zu kämpfen gehabt: Die schlimmsten Folgen hatte dies bei der Hitzewelle 2003, die mehrere Tausend Menschenleben forderte, bei Stürmen und wiederholt bei Hochwasserereignissen an Elbe, Donau, Rhein und Oder. Deutschland ist trotz der relativ geringen Betroffenheit im letzten Jahr im Langfrist-Index die am stärksten betroffene Industrienation (global Rang 18).

Auffallend sei, dass einige Länder immer wieder von folgenreichen Wetterextremen heimgesucht werden, so Kreft. Beispiele sind die Philippinen (2014 Rang 4), die in den vergangenen zehn Jahren siebenmal unter den zehn am stärksten betroffenen Staaten auftauchten, und Pakistan (2014 Rang 5), das fünf Jahre in Folge unter den zehn hauptbetroffenen Ländern lag. Sönke Kreft: "Unsere Ergebnisse sind auch ein Appell, dass das Pariser Abkommen ambitioniert und solidarisch ausfallen muss. Es muss ausreichend Schutz für die besonders verletzlichen Länder weltweit bieten."


Der Globale Klima-Risiko-Index im Internet: http://www.germanwatch.org/de/11366

Hinweis: Als Datenbasis für den Globalen Klima-Risiko-Index (KRI) dient die weltweit anerkannte Datenbank NatCatSERVICE der Münchener Rück unter Hinzunahme weiterer demographischer (Bevölkerungszahl) und wirtschaftlicher Daten (Bruttoinlandsprodukt) des Internationalen Währungsfonds. Germanwatch veröffentlicht den KRI seit 2006 jährlich. Im KRI 2016 sind zum einen extreme Wetterereignisse des Jahres 2014 und zum anderen solche Ereignisse für den Zeitraum 1995 bis 2014 erfasst (Langfrist-Index). Untersucht werden die menschlichen Auswirkungen (Todesopfer) sowie die direkten ökonomischen Verluste.

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Stefan Küper
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