Meldung | 08/04/2020 - 12:07

Hinsehen, Analysieren und Einmischen in Zeiten der Corona-Krise

Teamleiter Germanwatch

Germanwatch-Mitarbeiter_innen bei einem virtuellen Treffen aus dem Homeoffice.

Die Corona-Pandemie zeigt derzeit, wie wichtig eine Doppelstrategie bei allen exponentiell wachsenden Krisen ist.
In der Phase eins geht es darum, das Unbewältigbare zu vermeiden; konkret heißt das, die steil nach oben zeigende Kurve so abzuflachen, dass irreversible Kipppunkte nicht überschritten werden. Bei der Corona-Krise ist die Verfügbarkeit von Intensivbetten ein solcher Kipppunkt, bei dessen Überschreiten die Todeszahlen massiv steigen. Bei der Klimakrise ist es das 1,5°C-Limit für den globalen Temperaturanstieg. Wenn die Temperatur weiter steigt, drohen Kipppunkte mit massiven Konsequenzen wie sich selbstbeschleunigende Eisschmelze in Grönland und der Westantarktis oder das Umkippen des Amazonas Regenwalds.
In der Phase zwei geht es darum, das Unvermeidbare zu bewältigen; also die gesellschaftliche Fähigkeit zur Krisenbewältigung, im Sinne der Vor- oder Nachsorge, zu steigern. Diese Phase beginnt bereits vor Abschluss der Phase eins. In der Klimadebatte spricht man von Anpassung und dem Umgang mit unvermeidbaren Schäden und Verlusten.

Germanwatch-Mitarbeiter_innen erarbeiten im Moment intensiv Vorschläge dafür,

  • wie die Corona-Krisenbekämpfung im Sinne des  Aufbaus der Resilienz mit der Eindämmung der Klimakrise verzahnt werden kann;
  • wie die Vorsorge vor weiteren durch Viren ausgelösten Pandemien  mit der Vorsorge durch bakteriell ausgelöste Pandemien verknüpft werden kann, indem das Problem der Antibiotikaresistenz auch in der Tierhaltung eingedämmt wird;
  • wie die Transparenz der Lieferketten verbindlich verstärkt werden kann – und zugleich überprüft wird, welche Teile der Wertschöpfungskette regionaler gestaltet werden sollten;
  • wie die Umsetzung der Menschenrechte als wesentliche Grundlage der Widerstandsfähigkeit gerade der verletzlichsten Menschen gegenüber Krisen gestärkt werden kann;
  • wie die Solidarität in der EU und international bei der achtsamen Bekämpfung der Corona-Krise die Grundlage für einen Aufschwung der EU und multilateraler Institutionen werden kann.

Germanwatch setzt sich für diesen Wandel im Kleinen sowie im Großen, auf nationaler und internationaler Ebene ein. Aus dem Homeoffice werden unsere Mitarbeiter_innen auf der Grundlage ihrer Expertise weiterhin hinsehen, analysieren und sich einmischen. 
Alle unsere geplanten Veranstaltungen wurden entweder verschoben oder finden im digitalen Raum statt. Hier auf unserer Website, Facebook und Twitter informieren wir Sie weiterhin über wichtige Debatten.


Alle nach dem 08.04. erschienen Publikationen/Meldungen zur Corona-Krise finden Sie auf unserer Startseite.

AnsprechpartnerInnen

Politischer Geschäftsführer
+49 (0)228 / 60 492-34

Vrai nom

Pressesprecher
+49 (0)228 / 60 492-23, +49 (0)151 / 252 110 72