Policy Paper

Bewertung der CSR Richtlinie und ihrer Umsetzung in deutschen Konzernen der rohstoffverarbeitenden Industrie

Titelblatt des CSR-Berichts

Abbau und Produktion metallischer Rohstoffe bergen ein erhöhtes Risiko für Menschenrechtsverletzungen. Gemäß der UN Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen, tragen auch deutsche Industrieunternehmen der nachgelagerten Wertschöpfungskette Sorge für die Einhaltung von Menschenrechten in ihren Lieferketten. Die EU-weite CSR-Richtlinie sowie das entsprechende nationale Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) verpflichten seit 2018 große Unternehmen dazu, über menschenrechtliche Risiken und Maßnahmen für deren Vermeidung zu berichten.

Das vorliegende Papier analysiert die ersten dieser nichtfinanziellen Berichterstattungen der vier deutschen Industrieunternehmen Aurubis, BMW, Siemens und ThyssenKrupp. Dabei gehen die Autorinnen der Frage nach, inwieweit die Unternehmensberichte den Anforderungen der CSR-RUG gerecht werden und die Umsetzung zu einer Verbesserung der Lieferkettentransparenz und von Konzepten zur Umsetzung verantwortungsvoller Lieferketten beigetragen hat.

Obwohl alle untersuchten Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen weitestgehend erfüllen, verdeutlicht die vorliegende Analyse, dass Lieferkettentransparenz unzureichend verankert ist. Dabei ist die transparente Offenlegung der Bezugsquellen von Rohstoffen für die Bewertung der Unternehmenskonzepte entscheidend – denn Risiken für Menschenrechtsverletzungen sind stark abhängig von Herkunftsort, Abbau- und Rohstoffart. Auch die Berichterstattung über Konzepte zur Einhaltung von Menschenrechten in Lieferketten ist unzureichend, um eine Bewertung über die Wirksamkeit zu treffen. Limitierender Faktor, sowohl der europäischen Richtlinie wie auch des CSR-RUG, ist die offene und vage Formulierung der Gesetzestexte. Diese räumt den Unternehmen einen weiten Interpretationsspielraum bei der Umsetzung ein. Die Autorinnen formulieren darauf aufbauend Empfehlungen für die Revision der CSR Richtlinie und des deutschen Umsetzungsgesetzes, der CSR-RUG.

Publikationstyp

Policy Paper

AutorInnen

Leonie Grob, Johanna Sydow und Rebecca Heinz

Bestellnummer

20-4-03

Seitenanzahl

40

Schutzgebühr

5.00 EUR

Beteiligte Personen

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Referentin für Ressourcenpolitik
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