Pressemitteilung | 11/08/2003 - 00:00

Der Norden schwitzt - der Süden leidet.


 

Pressemitteilung

Berlin/Hamburg, 11.08.2003 Die Hitzewelle über Mitteleuropa führt dem industrialisierten Norden vor Augen, wie eng das eigene Wohlergehen mit dem Wetter bzw. dem Klima verbunden ist. Nach Ansicht von Germanwatch sollte dies zur aktiven Solidarität mit anderen, schwächeren, Betroffenen führen. Denn wo sich Europäer mit Technik gegen schlimmste Wetter-Auswirkungen schützen, sind Menschen im (armen) Süden sehr verwundbar - allein in Indien starben bereits 1.300 Menschen an den Folgen einer seit Wochen andauernden Hitzewelle.

"Wäre Berlin wie in früheren Zeiten auf Nahrungsmittel aus dem Umland angewiesen, so würde die Dürre auf den Feldern Brandenburgs im Winter zu einer Hungersnot in der Hauptstadt führen. In Zeiten des Welthandels und der Globalisierung sowie aufgrund unserer Finanzen bleibt uns das erspart; in armen Ländern können sich die Menschen dagegen aber nicht ausreichend schützen," so Klaus Milke, Vorstandsmitglied von Germanwatch. "Dürren und damit verbundene Hungersnöte hat es immer gegeben, aber der vom Menschen verursachte globale Klimawandel verstärkt diese Extreme. Unser Lebensstil und unser Energiehunger bilden dafür eine nicht unwesentliche Ursache."

Konkret fordert Germanwatch, dass die Politik "in einem Guss" agiere und alle außenpolitischen, wirtschaftlichen und entwicklungsbedeutsamen Massnahmen am Klimaschutz messe. Dies betreffe deutsche Maßnahmen - wie etwa die Vergabe von Hermesbürgschaften für klimarelevante Wirtschaftsprojekte im Ausland - genauso wie in der Europäischen Union vereinbarte wirtschaftspolitische Entscheidungen. Germanwatch hatte bereits im Kontext der Elbeflut vor einem Jahr einen präventiven "Klimaschadenfonds" auf europäischer Ebene gefordert.

Die Nord-Süd-Initiative tritt außerdem seit Jahren für ein internationales System der Übernahme von Verantwortung im Klimawandel ein. "Das Kyoto-Protokoll und die damit verbundenen Verpflichtungen der Regierungen müssen ein Anfang sein; Russland darf das Inkrafttreten des Protokolls nicht weiter hinauszögern," so Germanwatch-Vorstandsmitglied Milke. Germanwatch fordert alle Interessierten auf, sich an seiner Klima-AUSBADE-Kampagne zu beteiligen, die Verantwortung für das eigene Fehlverhalten zu übernehmen und den Süden die Folgen des Klimawandels nicht alleine ausbaden zu lassen.
 

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  • Klaus Milke, Vorstand Germanwatch, Tel: 040 - 79 14 31 21


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