Nota de prensa | 30/04/2004

Den Versprechen müssen Taten folgen!

 

Pressemitteilung

Berlin/Köln, 30.4.04: Die Nichtregierungsorganisation Germanwatch kritisiert, dass es bei der Abschaffung von Kinderarbeit bei Zulieferfirmen von Bayer in Indien nur schleppend vorangeht. Cornelia Heydenreich, Referentin für Unternehmensverantwortung bei Germanwatch, wird das Thema auf der heutigen Aktionärsversammlung der Bayer AG in den Kölner Messehallen als kritische Aktionärin zur Sprache bringen. Im März hat die neue Saison auf den Baumwollfeldern begonnen und noch immer arbeiten Kinder auf den Feldern, wie indische Partnerorganisationen informieren. "Die Bayer AG sollte ihre Versprechen umsetzen und dafür sorgen, dass diese schlimme Form der Kinderarbeit endlich aufhört", so Cornelia Heydenreich.

Germanwatch unterstützt die indische Kinderrechtsorganisation MV Foundation, die sich vor Ort für die Abschaffung von Kinderarbeit einsetzt und als unabhängige Organisation die Umsetzung der gemeinsamen Vereinbarungen mit den Unternehmen kontrollieren will. Dazu fordert die MV Foundation von den Saatgutfirmen - unter ihnen die Bayer-Tochter ProAgro - Listen mit den Namen der Farmer, der betreffenden Dörfer oder zumindest Kopien der Verträge, die mit den Saatgutbauern eingegangen wurden. "Bislang hat uns keine der Firmen diese Listen zur Verfügung gestellt", klagt Shanta Sinha. Um die finanzielle Last nicht auf die Zulieferer abzuwälzen, fordert Cornelia Heydenreich: "Die Saatgutfirmen müssen ihren Zulieferern in Zukunft einen akzeptablen Preis zahlen. Bei den jetzigen Dumpingpreisen bleibt den Bauern kaum eine andere Wahl, als die für geringeren Lohn arbeitenden Kinder einzustellen."

Nach einer 2003 veröffentlichten Studie des indischen Instituts "Global Research and Consultancy Service" beschäftigt eine indische Bayer-Tochter, der Saatguthersteller ProAgro, in der Zulieferkette bei der Produktion von Baumwollsaatgut schätzungsweise 2.000 Kinder, überwiegend Mädchen zwischen 6 und 14 Jahren. Die Studie dokumentiert, wie sechs multinationale Saatgutfirmen - darunter Bayer, Monsanto und Unilever - in Indien von Kinderarbeit profitieren. Insgesamt sind in der indischen Baumwollproduktion rund 450.000 Kinder tätig.

Sprecher von Bayer räumten zunächst lediglich Probleme bei Zulieferern ein und lehnten direkte Konsequenzen ab. Bei einem Treffen von Vertretern der beschuldigten Firmen mit Kinderrechts-Aktivisten im September 2003 in Hyderabad (Indien) übernahmen die Konzerne jedoch Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern und versprachen, den Ersatz von Kindern durch erwachsene Arbeitskräfte zu erwirken.
 

Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:

  • Cornelia Heydenreich, Germanwatch, 030 / 2888 356-4

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