Nota de prensa | 28/10/2019

Bundesregierung muss Weg zu nachhaltigem Finanzmarkt wirkungsvoll unterstützen

Sustainable Finance Beirat arbeitet an konkreten Handlungsempfehlungen für zukunftsfähigen Finanzmarkt in Deutschland / Mangelhafte Ressourcenausstattung durch Regierung erschwert Arbeit
Pressemitteilung

Bonn/Berlin (28. Okt. 2019). Vor der dritten Sitzung des Sustainable Finance Beirats heute fordert die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch von der Bundesregierung mehr Unterstützung bei der Aufgabe, die Finanzmärkte in Deutschland zukunftsfest zu machen. Der Beirat hat von der Regierung das Mandat bekommen Empfehlungen vorzulegen, um Deutschland zum führenden Standort für einen zukunftsfähigen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Finanzmarkt zu machen.

In wenigen Monaten hat der Beirat in guter Arbeitsatmosphäre wichtige Thesen entwickelt, die er vor kurzem erstmals mit einer breiteren Öffentlichkeit diskutiert hat. „Diese Thesen gilt es nun zügig in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen, damit sie zeitnah umgesetzt werden können“, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch und Mitglied des Beirats. „Dem Beirat fehlt es allerdings an den notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen, um das umfassende Paket wirkungsvoll abarbeiten zu können. Die Bundesregierung steht hier in der Pflicht, nicht nur die Verantwortung zu übertragen, sondern den Beirat auch entsprechend auszustatten“, so Bals weiter.

Auf kurzfristige Rendite ausgerichteter Finanzmarkt kann nicht angemessen auf Klimakrise reagieren

Mit dem Beirat macht Deutschland einen wichtigen Schritt, um den Standort Deutschland zukunftsfest zu machen. Im Zusammenspiel mit der Realwirtschaft ist der Finanzmarkt ein wichtiger Hebel zur Transformation der Wirtschaft. Bisher kann er allerdings nicht angemessen auf die Klimakrise reagieren. So agiert der Finanzmarkt noch mit einem sehr kurzen Zeithorizont, oftmals von nur wenigen Monaten. Mit dieser Kurzfristigkeit ist er strukturell nicht in der Lage, die im Pariser Klimaabkommen festgehaltene Umschichtung der nationalen und internationalen Finanzströme umzusetzen.

Selbst die auf private Zukunftsvorsorge ausgerichtete Altersvorsorge ist oft so angelegt, dass sie die gemeinsame Zukunftsvorsorge untergräbt, indem zum Beispiel Geld in fossile Geschäftsfelder oder Unternehmen investiert wird. Kunden bekommen bisher nicht verpflichtend nachhaltige Anlageoptionen aufgezeigt. Auch für öffentliche Geldinstitute wie KfW, Hermes, Sparkassen oder Landesbanken - die auf das Gemeinwohl ausgerichtet sein sollen - ist durch den Finanzmarkt nicht gesichert, dass ihr Geldgeschäft wirklich nachhaltig angelegt ist. Die öffentliche Hand sollte hier als Vorbild voranschreiten und ihre Gelder und Anlagen konsequent am 1,5 Grad-Limit des Paris-Abkommens und an der menschenrechtsbasierten Umsetzung der nachhaltigen UN-Entwicklungsziele (SDGs) ausrichten.

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