Hand Print - Action Towards Sustainability

Hand Print - Action Towards Sustainability

Den sozialen Handabdruck vergrößern, den ökologischen Fußabdruck verkleinern.
Logo: Hand Print

Der Klimawandel geht uns alle an. Angesichts der enormen Herausforderung, die dieses menschengemachte Phänomen darstellt, kann man sich als VerbraucherIn schnell überfordert und/oder hilflos fühlen. Das muss aber nicht sein - jeder noch so kleine Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist sinnvoll. Und es gibt Möglichkeiten, die Reichweite des eigenen Beitrags deutlich zu vergrößern!

Mit dem Hand Print kann jeder Einzelne herausfinden, wie die eigenen Handlungen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft positiv beeinflussen. Er ist ein  Werkzeug, um die ökologische Verträglichkeit seines persönlichen Lebensstils und die politische Einflussnahme zu berechnen, und ein Symbol für positives und konstruktives Handeln in Richtung Nachhaltigkeit.

Den ökologischen Fußabdruck verkleinern, den Handabdruck des eigenen Engagements vergrößern!

Wie viele Rohstoffe und Energie verbrauche ich mit meinem Lebensstil? Was kann ich tun, um die Rohstoffbestände der Erde weniger zu belasten? Welche strukturellen Rahmenbedingungen für rohstoffärmere Lebensstile fördere und fordere ich durch mein Handeln?

Die beiden Konzepte des ökologischen Fußabdrucks und des Hand Prints helfen dabei, Verbesserungsmöglichkeiten und Potenziale des eigenen Lebensstils und der politischen Einflussnahme zu ermitteln. Im Folgenden werden diese Konzepte genauer erklärt und Anregungen für einen nachhaltigeren Lebensstil gegeben.


1. Der ökologische Fußabdruck

2. Der Hand Print

3. Einfache Ideen für einen nachhaltigeren Lebensstil

Der ökologische Fußabdruck

Der Footprint oder ökologische Fußabdruck wurde 1992 an der University of British Columbia in Vancouver entwickelt, um die Nachfrage und Nutzung natürlicher Ressourcen durch den Menschen zu messen. Ein Land, Unternehmen oder Privatperson kann mit Hilfe eines Fußabdruck-Rechners analysieren, inwiefern sein Verhalten die Natur beeinträchtigt. Mittlerweile gibt es verschiedene Fußabdruck-Rechner, angefangen von der Berechnung der notwendigen Erdbälle, die die heutige Weltgemeinschaft bei einem gewissen Lebensstil bräuchte, bis hin zum Pro-Kopf-Ausstoß von schädlichen Klimagasen (CO2-Rechner). Jedes dieser für Individuen anwendbare Modelle analysiert Lebensstil und Konsumverhalten in Hinblick auf die Wohnsituation, Elektrizitätsnutzung, Fortbewegungsmittel, Ernährungsgewohnheiten, Hobbies etc.

Einen Footprint-Rechner finden Sie unter anderem unter: www.fussabdruck.de

Ihren CO2-Abdruck können Sie auch hier berechnen: http://uba.klimaktiv-co2-rechner.de/de_DE/popup/

Der Hand Print

Vom individuellen zum internationalen Handlungsfeld

Das Centre for Environment Education (CEE) India entwickelte den Hand Print als offenes Konzept, das jeder individuell gebrauchen und weiterentwickeln kann. Die Hand war als Symbol für positive Handlungen im Rahmen eines Nachhaltigkeitsprojekts für Kinder entstanden. Mittlerweile wird sie verwendet, um positive Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit darzustellen. Germanwatch nutzt und unterstützt den Hand Print als Instrument in der Bildungsarbeit und zeigt damit Handlungsoptionen auf.

Das Handabdruck-Konzept hilft uns, unsere persönlichen nachhaltigen Maßnahmen zu analysieren und anderen die Hand zu reichen. Es lässt uns unser alltägliches Verhalten in verschiedenen Lebensbereichen hinterfragen: in der Familie und im Haushalt, in der Schule, Universität oder am Arbeitsplatz, in unserer Stadt etc. Der Hand Print zeigt uns, wie wir politisch mehr Einfluss nehmen können: Ob wir uns bei lokalen Umweltgruppen engagieren, bei der kommunalen oder Landespolitik mitwirken, oder versuchen, die Politik auf internationalem Niveau mitzubestimmen. Der Hand Print verkörpert Hoffnung, Enthusiasmus und das Bekenntnis, als Teil der Weltgemeinschaft aktiv zu werden. Kleine Alltagshandlungen haben zusammen genommen einen weltweiten Einfluss - im positiven wie im negativen Sinne.

Es gibt viele Möglichkeiten, seinen Handabdruck zu vergrößern: Es beginnt bei Konsumentscheidungen im Supermarkt, der Wahl des Transportmittels oder des Energieversorgers. Aktionsformen des Engagements wie ehrenamtliche Tätigkeiten, Leserbriefe, Straßentheater oder Aktionen im Web 2.0 sind eine wirkungsvolle Ergänzung. So reduziert man nicht nur seinen ökologischen Fußabdruck, sondern vergrößert seinen Handabdruck für eine lebenswerte Zukunft.

Das Handsymbol entwarf die 10 Jahre alte Srija aus Indien im Rahmen eines schulischen Partizipationsprojekts zum Thema Nachhaltigkeit, das vom CEE organisiert worden war. 2007 stellte das CEE den Hand Print auf der 4. International Conference on Environmental Education in Indien vor.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Anregungen für die Vergrößerung ihres eigenen sozialen Handprints: www.handprinter.org

Einfache Ideen für einen nachhaltigeren Lebensstil

Ressourcen nachhaltig zu nutzen bedeutet nicht unbedingt, seine Komfort und Gewohnheiten aufzugeben. Aber es bedeutet, Alltagsentscheidungen überlegter zu treffen, weil Konsumverhalten und Klimawandel zusammenhängen. Konsum bedeutet Material- und Energieaufwand, der wiederum davon abhängt, was genau wir kaufen, wie wir uns fortbewegen, Energie verbrauchen oder wie unser Lebensstil ist.

Mit diesen kleinen Dingen kann man schon etwas ändern:

Rohstoffe sparen

Müllvermeidung : recyceln, wiederverwenden und ablehnen, was man ohnehin nicht braucht (Plastiktüten, Extra-Verpackung).

Lokal einkaufen

Nahrungsmittel frisch auf dem lokalen Markt einkaufen. Verpackte, gelagerte und importierte Waren vermeiden. LKWs und Flugzeuge verbrauchen große Mengen Brennstoff beim Transport der Waren von weit her. Die Lagerung benötigt weitere Energie.

Per Bus, Fahrrad oder zu Fuß fortbewegen

Mehr Autoverkehr führt zu höherem Treibhausgasausstoß. Deshalb ist es besser, Fahrgemeinschaften zu nutzen, wann immer möglich Bus, Bahn oder Rad zu nehmen, und zu laufen, wohin es geht.

Und wenn dann doch mal geflogen werden muss: Emissionen ausgleichen mit atmosfair. http://www.atmosfair.de/  

Politisch aktiv werden

Leserbriefe schreiben, Mottopartys organisieren, demonstrieren, twittern, Fachartikel veröffentlichen, an NGO-Aktionen teilnehmen.

Bürgerinitiativen  und Bündnisse sind Gegengewicht sowie teilweise Partner staatlichen Handelns. Aber auch durch die Berücksichtigung von Klima- und Umweltaspekten bei der politischen Wahlentscheidung kann Einfluss auf die Politik genommen werden.

 

Textquelle: From Footprint to Handprint - Our personal action for sustainable development, Mamata Pandya, Purvi Vyas und Rixa Schwarz, CEE, 2013

AnsprechpartnerInnen

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Anregungen

Everyday life tips for saving our climate

Cover: Good for the climate

The handy leaflet offers useful tips and tricks for changing your lifestyle to a more climate friendly one. It provides ideas for different areas: mobility, living, consumption, nutrition, investment and last but not least political involvement.

Publication Date
5/2013