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GERMANWATCH-Zeitung Nr. 3/2008

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Themen
Unschöne Schatten der schönen neuen IT-Welt
Produktionsbedingungen hinter glänzender Fassade
Interview mit Lucy (Name geändert), Philippinen, Mitarbeiterin eines Unternehmens, das Elektronikhersteller beliefert
"Ich wünsche mir höhere Löhne und besseren Schutz vor Chemikalien"
Chinesisches Arbeitsgesetz erweitert
Regierung und Unternehmen für verbesserte Umsetzung verantwortlich
"Wir sehen uns mit komplexen und mächtigen Konzernstrukturen konfrontiert"
Portrait von Jenny Chan, Mitarbeiterin der Nichtregierungsorganisation SACOM in Hong Kong
"Spannende Arbeit" in Indien
Haftbefehl gegen Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen abgewehrt
Probleme des Rohstoffabbaus in der Elektronikindustrie
Elektronikfirmen beginnen, Verantwortung zu übernehmen
Wirtschaft und Menschenrechte
Kurzberichte
Projektvorstellung
Eine wirkungsvolle Kampagne
Kommentar
Rüge für Interessenskonflikt im deutschen Wirtschaftsministerium
Warum wir Germanwatch wichtig finden

Grußwort von Margarete Ohse & Valentin Domann, Schüler aus Güstrow/Mecklenburg

Täglich werden wir mit oberflächlichen Informationen über die ungerechte und verschmutzte Welt überhäuft. Uns wird ständig gesagt, wie miserabel unsere Zukunft aussieht, für die wir uns acht Stunden am Tag in die Schule schleppen.

Neben Klausuren, Prüfungen und Hausarbeiten bleibt uns aber kaum Zeit, uns tiefgründiger mit einem Thema zu befassen. Germanwatch bietet uns gebündelte und tiefergehende Informationen über weltweite Zusammenhänge und die Auswirkungen unseres Lebensstils auf Menschen in der ganzen Welt. 

Germanwatch gibt beispielsweise mit der makeITfair-Kampagne auch uns Jugendlichen mit zeitlich und finanziell begrenztem Rahmen Möglichkeiten, uns zu engagieren und uns für eine, für unsere bessere Zukunft einzusetzen.
 

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Olympischen Spiele haben den Blick der Weltöffentlichkeit auf China gelenkt; auf eine neue ökonomische Supermacht, doch nicht auf eine Demokratie. Nicht nur die Angst vor Instabilität und das Selbstinteresse der neuen Elite blockieren den Weg dahin. Die chinesischen Partei- und Regierungsführer versuchen, unter dem Stichwort der "harmonischen Gesellschaft" Demokratieforderungen den Zahn zu ziehen. Ziel ist ein autoritäres Regime, das aus Gründen des Machterhalts ernsthaft auf soziale und Umweltprobleme reagiert. Immerhin wuchsen im Jahr 2007 die sozialen Staatsausgaben um 28 Prozent, neue Klimagesetze schießen aus dem Boden. In dieses Bild passt, wenn ein chinesischer Regierungsvertreter im Gespräch mit Germanwatch den Doppelstandard von Unternehmen wie adidas kritisiert: Einerseits Hochglanzbroschüren über Unternehmensverantwortung, andererseits enormer Druck der Einkaufsabteilungen auf Zulieferer, der Sozialstandards untergräbt. Ein Doppelstandard, der auch deutlich wurde, als die europäische Handelskammer gegen schärfere arbeitsrechtliche Bestimmungen in China protestierte.

Doch nicht nur die Olympiade hat gezeigt: Auch Doppelzüngigkeit hat ihren Preis.

Mit herzlichem Gruß

Christoph Bals
Politischer Geschäftsführer

Diese Zeitung erschien am 28. August 2008 als Beilage in der taz.

Redaktion: Dörte Bernhardt (V.i.S.d.P.), Anika Busch, Christoph Bals.

Diese Ausgabe wurde gefördert von der Europäischen Kommission und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt. Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.


zuletzt geändert am 28.08.2008