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Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, die Olympischen Spiele haben den Blick der Weltöffentlichkeit auf China gelenkt; auf eine neue ökonomische Supermacht, doch nicht auf eine Demokratie. Nicht nur die Angst vor Instabilität und das Selbstinteresse der neuen Elite blockieren den Weg dahin. Die chinesischen Partei- und Regierungsführer versuchen, unter dem Stichwort der "harmonischen Gesellschaft" Demokratieforderungen den Zahn zu ziehen. Ziel ist ein autoritäres Regime, das aus Gründen des Machterhalts ernsthaft auf soziale und Umweltprobleme reagiert. Immerhin wuchsen im Jahr 2007 die sozialen Staatsausgaben um 28 Prozent, neue Klimagesetze schießen aus dem Boden. In dieses Bild passt, wenn ein chinesischer Regierungsvertreter im Gespräch mit Germanwatch den Doppelstandard von Unternehmen wie adidas kritisiert: Einerseits Hochglanzbroschüren über Unternehmensverantwortung, andererseits enormer Druck der Einkaufsabteilungen auf Zulieferer, der Sozialstandards untergräbt. Ein Doppelstandard, der auch deutlich wurde, als die europäische Handelskammer gegen schärfere arbeitsrechtliche Bestimmungen in China protestierte. Doch nicht nur die Olympiade hat gezeigt: Auch Doppelzüngigkeit hat ihren Preis. Mit herzlichem Gruß Christoph Bals
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Diese Zeitung erschien am 28. August 2008 als Beilage in der taz.
Redaktion: Dörte Bernhardt (V.i.S.d.P.), Anika Busch, Christoph Bals.
Diese Ausgabe wurde gefördert von der Europäischen Kommission und der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt. Die Förderer übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit, die Genauigkeit und Vollständigkeit der Angaben sowie für die Beachtung privater Rechte Dritter. Die geäußerten Ansichten und Meinungen müssen nicht mit denen der Förderer übereinstimmen.