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Das Ende der Sensation vom Klimamärchen


[Hinweis: Bitte beachten Sie auch unser neues Hintergrundpapier: "Klimaskeptiker" und ihre Argumente (Stand: Juli 2008)]
 

GERMANWATCH gibt im Folgenden einen Überblick über die für Laien teilweise undurchsichtige Situation zum wissenschaftlichen Sachstand zur Klimaänderung: wie die bestehenden Unsicherheiten prinzipiell zu bewerten sind; und mit welchen Argumenten diese von verschiedenen Personen (Namen werden genannt) - mit teilweise eindeutiger Interessenslage - ausgenutzt werden, um von der Notwendigkeit  einer Klimavorsorgepolitik abzulenken.

In letzter Zeit häufen sich auch in seriösen Zeitungen die Presseartikel, die den vom Mensch verursachten globalen Klimawandel grundsätzlich bezweifeln. So ist in der ZEIT die Rede vom "Märchen Treibhauseffekt" (25.7.1997). Es gebe "gar keinen Treibhauseffekt" verkündet auch raum & zeit (8.9.97). Und in einem Artikel in den Energiewirtschaftlichen Tagesfragen (47. Jg., 1997, Heft 10) polemisiert ein Autor über die "unsinnige Gefahr der treibhausbedingten, CO2-induzierten 'Klimakatastrophe'".

Die Eigengesetzmäßigkeit des Medienbetriebs erleichtert es 'Klimaskeptikern', solche Artikel unterzubringen. Die wissenschaftlich anerkannte Standardtheorie zum Treibhauseffekt und globalen Klimawandel hat keinen Neuigkeitswert oder gar Sensationscharakter mehr. Die Kritik an der Standardtheorie hingegen verspricht - zu Recht oder zu Unrecht - Neuigkeiten und auf jeden Fall Konflikte. Genau die gewünschte Mischung also für Zeitung, Radio und Fernsehen. Oft genug haben ökologische Alternativ-Wissenschaftler von demselben Medien-Mechanismus profitiert. Diesmal ziehen die Klima-Skeptiker daraus Nutzen.

Dabei ist es natürlich kein Zufall, daß die scheinbaren Widerlegungen des wissenschaftlichen Sachstandes zum globalen Klimawandel gerade im Vorfeld des Klimagipfels von Kyoto intensiv in die Medien gelangten. Politik und Öffentlichkeit sollen verunsichert werden. Oft genug handeln die kritisierenden Wissenschaftler im Auftrag der Kohle-, Auto-, oder Ölindustrie. So schickte etwa der Exxon Konzern - in Deutschland als Esso bekannt - Brian Flannery, einen prominenten Klimaskeptiker, auf Europatour.

Aber nicht alle Kritik ist in diesen Topf zu werfen. Denn es gibt keinen Zweifel: Wissenschaftler, die nicht (selbst)kritisch sind, haben ihren Beruf verfehlt. Wissenschaftlicher Fortschritt wird durch Kritik an bislang allgemein akzeptierten Hypothesen vorangetrieben. So profitiert auch die Klimawissenschaft von den sogenannten "Klimaskeptikern", die Kritik an den wissenschaftlich gut abgesichterten Thesen zum "Globalen Klimawandel" üben.

Kritik hat die Aufgabe, auf Unsicherheiten und Ungewißheiten anerkannter Theorien hinzuweisen. Allerdings erfüllt nicht jede Kritik diese Aufgabe. Dies zeigt sich, wenn man in der Klimadebatte zumindest dreierlei Formen von Ungewißheiten auseinanderhält.

1. Nicht auf dem Stand der Forschung - Nachhilfe für Klimaskeptiker

"Wir müssen darüber reden, wer eigentlich ein Wissenschaftler ist. Nehmen wir nur diejenigen, die auf dem Gebiet selbst geforscht haben und das ganze vorangetrieben haben oder Beiträge zum besseren Verständnis geliefert haben, dann gibt es überhaupt keinen Zweifel mehr, daß der Mensch den Treibhauseffekt verstärkt. Unter ernstzunehmenden Klimaforschern wird darüber diskutiert, wie gut unsere Modellprojektionen für die Regionen der Erde sind, oder wie groß der Einfluß der Wolkenbildung auf die Treibhausentwicklung ist. Aber es kommen auch Scharlatane auf die Zeitungsseiten." (Hartmut Graßl, Direktor des Weltklimaforschungsprogramms bei der Weltorganisation für Meteorologie, Genf, 1995) 

Die meisten der Skeptikerartikel zeichnet eine Mixtur der drei Formen der Ungewißheit aus. Dabei wird allzuhäufig der Fehler begannen, aus einer (häufig zugegebenen) Unsicherheit im Detail zu schließen, die ganze Theorie sei unsicher. Wobei allerdings in der Vergangenheit auch mancher Artikel den umgekehrten Fehler begangen hat, noch ungewisse Gefahren als sicher hinzustellen oder gar Risiken zu erfinden.
 
"Wissenschaftlern, die gewohnt sind, ihre Forschungsergebnisse nüchtern und ideologiefrei zu diskutieren, die sich mit der anonymen und daher so wirkungsvollen Begutachtung durch Fachzeitschriften auseinanderzusetzen haben und die in aller Regel erst danach - eventuell - mit ihren Ansichten an die Öffentlichkeit gehen, stehen angesichts dieser Art von Klimadebatte die Haare zu Berge." (Christian-Dietrich Schönwiese. Leiter der Arbeitsgruppe Meteorologische Umweltforschung / Klimatologie an der Universität Frankfurt, 1997). 

Beispiel A:

In einem bisher einmaligen Vorgang hat sich die die wissenschaftliche Standesvertretung der Wetter- und Klimawissenschaftler, die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DMG) von den Äußerungen des ehemaligen Fernsehwetterfrosches Dr. rer. pol. Wolfgang Thüne distanziert. Dieser hatte in einer ganzen Reihe von Schreiben, Zeitungsartikeln und Tagungsbeiträgen (z.B. im Handelsblatt vom 22.11.95) die Existenz des gesamten Treibhauseffektes, nicht nur des menschgemachten, geleugnet. Thünes Thesen, die viele naturwissenschaftliche Begriffe enthalten, sind für fachfremde Redakteure kaum kritisch nachzuvollziehen. Dabei, so die DMG in ihrer betont nüchternen Art, "werden Begriffe verwendet, aber auch Behauptungen aufgestellt, die einer fachlichen Richtigstellung bedürfen." Detailliert widerlegt die DMG Thünes Thesen und kommt zum Schluß, "daß es am Grundprinzip des Treibhauseffektes, auch des menschgemachten, keinen Zweifel geben kann. Die Vorgänge stehen mit allen physikalischen Gesetzen im Einklang, einschließlich des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik." (Mitteilungen DMG 1/96). Daß Thüne einen Teil der widerlegten Argumente in anderen Zeitungen wiederholt, ohne überhaupt die Kritik der wissenschaftlichen Fachgesellschaft zu erwähnen (vgl. etwa Energiepolitische Tagesfragen, 47. Jg., 1997, Heft 10), ist schlichtweg unseriös.

Kritik und Selbstkritik ist ein unentbehrlicher Teil der Wissenschaft. Aber dies heißt auch, daß sich die Klima-Skeptiker selbst der Gegenkritik stellen müssen.
 
"Es ist bedauerlich, daß einige der Skeptiker, die sich weigern die Risiken anzuerkennen, die mit einem Kohlendioxidanstieg verbunden sind, besonders dogmatisch ihren Standpunkt vertreten." (Dr. Graeme Pearman, Australien, Tagungsleiter der 5. Internationalen Konferenz zu Kohlendioxid, 1997). 

Beispiel B:

Bisweilen erwecken Klimaskeptiker den Eindruck, in einer Art Verschwörung würden einige wenige Klimawissenschaftler der Öffentlichkeit einen Bären aufbinden. Oft soll dadurch die Arbeit des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), des internationalen Wissenschaftlergremiums, das die Regierungen und die UN-Klimaverhandlungen beratend unterstützt, in Mißkredit gebracht werden. Da ist dann von einigen wenigen Wissenschaftlern die Rede, die den IPCC dazu benutzen, um Forderungen an Politiker stellen zu können.

Dabei handelt es sich beim IPCC-Prozeß um "ein historisch einmaliges Verfahren zur Einbindung allen Fachwissens zur Begründung einer politikrelevanten Hypothese" (Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung). Mehr als 2500 Wissenschaftler - darunter acht Nobelpreisträger - haben sich an der Erarbeitung des IPCC beteiligt. Der IPCC, in den nur Ergebnisse unabhängig begutachteter Artikel in wissenschaftlichen Publikationen eingehen, stellt die derzeit umfassendste und maßgeblichste Bewertung der Wissenschaft in bezug auf Klimaänderungen, ihre Auswirkungen und die derzeit verfügbaren Reaktionsmöglichkeiten zur Bekämpfung dieser Klimaänderungen dar.

Bisweilen wird von Klimaskeptikern sogar der Eindruck erweckt, als sei der Treibhauseffekt die These eines einzelnen Wissenschaftlers, etwa von Hartmut Graßl, lange beim Max-Planck-Institut in Hamburg und jetzt oberster UN-Klimawissenschaftler. So hieß es in einem Artikel von 'raum & zeit' (8.9./97): "Graßl meint, es sei machbar, den Treibhauseffekt durch eine Reduktion der Treibhausgase zu minimieren und dadurch das globale Klima zu 'bessern'. Trotz zahlreicher, kostspieliger Computersimulationen und Forschungen konnte diese deutsche These bisher keine internationale Anerkennung finden". Zwar wird dem Autor des 'raum & zeit'-Artikels in der Einleitung bescheinigt, seine Beiträge zeichneten sich durch "gründliche Recherche und wissenschaftliche Glaubwürdigkeit aus". Doch so sorgfältig hat er offensichtlich in diesem Fall nicht recherchiert. Die wichtigsten internationalen wissenschaftlichen Zeitungen und die maßgeblichen Berichte des IPCC hat er wohl nicht gelesen. In denen spielen Texte von Graßl und überhaupt deutscher Klimawissenschaftler nur eine relativ bescheidene, der menschgemachte Treibhauseffekt aber eine beträchtliche Rolle.

Auch dies ist ein typisches Beispiel dafür, in dem es Autoren, schon um ihres eigenen Rufes willen, anzuraten wäre, sich auf den Stand des Wissens zu bringen.
 
"Wie aber steht es beispielsweise um die Sonnenaktivität? Allein dazu gibt es Tausende von bis ins letzte Jahrhundert und weiter zurückreichenden Fachpublikationen. Eine erste Orientierungshilfe bieten die 'Strahlungsantriebe'; sie geben an, wie stark das Klimasystem durch die jeweilige Änderung des Strahlungshaushalts der Atmosphäre gestört wird. Die Treibhausgase bringen es dabei seit Beginn des Industriezeitalters bis heute auf 2,1 bis 2,8 Watt pro Quadratmeter, im Fall einer Verdoppelung ihrer Konzentration gegenüber dem vorindustriellen Niveau wären es 4,4 Watt. Die Sonnenaktivität hingegen macht nur 0,1 bis 0,5 Watt aus. (...) Was rasch verständlich wird, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die zur Zeit der 'unruhigen Sonne' tatsächlich verstärkte Sonnenausstrahlung nur im Promillebereich der mittleren Solarstrahlung liegt. Diese Tatsache kann auch die Wochenzeitung 'Die Zeit' nicht auf den Kopf stellen, die jüngst einen schon zur Zeit seiner Veröffentlichung (1991) alten Hut aufgesetzt hat, wonach nicht die Sonnenaktivität selbst, sondern die variierende Zykluslänge der Sonnenflecken das Klima steuere. Die Widerlegung ist nachzulesen im Forschungsbericht Nummer 92 des Instituts für Meteorologie und Geophysik der Universität Frankfurt (1992); die Kurzform hiervon findet sich im Fachblatt 'Climatic Change' (1994, S. 259-281). Generell befindet sich jeder auf dem monokausalen Holzweg, der aus dem vielfältigen Klimageschehen einen Einzelfaktor als 'wahre Ursache' hochjubeln möchte." (Prof. Dr. Christian-Dietrich Schönwiese). 

Kein ernst zu nehmender Klima-Wissenschaftler wird heute die folgenden Fakten in Frage stellen:

Dies alles sowie die immer besser übereinstimmenden Aussagen der Klima-Modellierer und der Klima-Statistiker führen den IPCC dazu, zu folgern: Die Abwägung aller wissenschaftlichen Erkenntnisse legt einen erkennbaren menschlichen Einfluß auf das globale Klima nahe.

Es fällt im übrigen auf, daß die sehr grundsätzliche Kritik am wissenschaftlichen Sachstand zum globalen Klimawandel, etwa auch an diesen Fakten, fast ausschließlich von Wissenschaftlern geübt wird, die anderen Disziplinen angehören.

2. Ungewißheiten als Hinweis auf weiteren Forschungsbedarf

Die besten der heutigen Klimamodelle basieren auf gut verstandenen physikalischen Gesetzen. Sie können viele Aspekte des heutigen Klimas und einige generelle Größen des vergangenen Klimas widerspiegeln. Zu den wesentlichen Fortschritten der Klimaforschung der letzten Jahre gehört es, daß nun auch komplexe Simulationen und Interpretationen der Klimavariabilität vorliegen. Die Angaben der Klimastatistiker und die Aussagen der Klimamodelle stimmen zunehmend überein. Dies erhöht das Vertrauen in die vorliegenden Klimamodelle.

Nichts desto trotz bleibt eine große Bandbreite der Unsicherheit, vor allem bezüglich

An solchen Punkten setzen die Argumente vieler ernst zu nehmender Kritiker ein. Nicht zuletzt dem Stachel ihrer Kritik ist es zu verdanken, daß es im Lauf der letzten Jahre gelungen ist, die Bandbreite der Unsicherheiten erheblich zu verringern. Der zweite Sachstandsbericht des IPCC (1995) geht - bei Berücksichtigung dieser Ungewißheiten und ohne entschiedene Treibhausgas-Verringerungsmaßnahmen - bis Ende des nächsten Jahrhunderts von einer Temperaturerhöhung von 1 bis 3,5°C aus. Diese Abschätzung basiert auf Projektionen der Zukunftsemissionen von Treibhausgasen und (abkühlenden) Sulfatpartikeln. Selbst bei den optimistischen Szenarios wäre damit die durchschnittliche Steigerungsrate der Erwärmung im Lauf der nächsten hundert Jahre vermutlich größer als irgendwann in den letzten 10 000 Jahren. Das ist die Zeitspanne, in der sich die menschliche Zivilisation entwickelt hat. Der Meeresspiegel würde zugleich um 15-95 cm bis Ende des nächsten Jahrhunderts ansteigen.
 
"In der optimistischen Variante ist das untere Niveau, also 1,2 ° C als günstigster Wert möglich. Dieser Wert hätte zur Folge, daß die Klimaverschiebungen weniger gravierend und die erforderlichen Maßnahmen nicht so umfangreich sein müßten. Ich warne jedoch davor, auf diese Variante zu schielen. Wir sollten mit den Vorsorgemaßnahmen vielmehr weite Bereiche der Bandbreite abdecken und uns darauf vorbereiten, daß das Schlimmste eintritt, nämlich Temperaturerhöhungen über 3 °C." (Prof. Dr. Klaus Hasselmann, Direktor des Max-Planck-Institutes für Meteorologie, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Klimarechenzentrum, 1997). 

Zum Vergleich: der Temperaturunterschied zwischen einer Warm- und einer Eiszeit beträgt nur etwa 5° Celsius. Und der Übergang zwischen solchen Perioden zog sich um ein Vielfaches länger hin.

Schon aus Vorsorgegründen kann ein entschiedenes Verringern des Treibhausgasausstoßes nicht warten, bis weitere wissenschaftliche Unsicherheiten geklärt sind. Dafür gibt es zwei zentrale Gründe. Zum einen die Trägheit des Klimasystems - es reagiert jeweils mit einer Verzögerung von Jahrzehnten mit verändertem Wettergeschehen auf Änderungen der Treibhausgaskonzentrationen. Zum Zweiten die Trägheit des Energiesystems. In einem Industrieland wie Deutschland mit ausgebauter Energieinfrastruktur läßt es sich nur im Rhythmus der Investitionsentscheidung im Lauf von Jahrzehnten umbauen.

Bei aller Unsicherheit der Aussagen über regionale Konsequenzen zeichnet sich ab, daß die zu erwartenden Klimaänderungen erhebliche, oft nachteilige Auswirkungen auf viele Öko-, Gesellschafts- und Wirtschaftssysteme haben werden. Insgesamt kann man sagen, daß mit einer deutlichen Zunahme der Wetterextreme zu rechnen ist.

Inzwischen bestätigen Modelle des Hamburger Klimarechenzentrums den (statistisch noch nicht signifikanten) Trend der letzten hundert Jahre: Der menschgemachte Treibhauseffekt scheint die Häufigkeit der katastrophenträchtigen El Niño-Ereignisse zu steigern.

Vor allem die 'Entwicklungsländer' werden von den Folgen besonders betroffen sein. Stärker landwirtschaftlich strukturiert, sind sie sehr wetterabhängig. Auch ihre Böden leiden besonders stark unter vermehrten Wetterextremen. Milliardenschwere Gegenmaßnahmen (wie etwa Deichbau, sturmsichere Häuser usw.) können sie sich nicht leisten.

3. Vorsorgendes Handeln als 'Versicherung' gegen Überraschungen

Neben den kalkulierbaren Risiken besteht durch den menschgemachten Treibhauseffekt auch die Möglichkeit von unkalkulierbaren Überraschungen. In der Vergangenheit der Erdgeschichte hat es tiefgreifende und schnelle Wandlungen des Klima-Systems oder damit verbunden der Ozeanströmungen gegeben. So wird über die Möglichkeit einer plötzlichen Verlagerung des Golf-Stroms, der 'Zentralheizung Westeuropas', spekuliert. Die unkalkulierbaren Sprünge des Klimasystems lassen sich durch den nichtlinearen Charakter des Klima-Systems erklären. Nichtlineare Systeme neigen vor allem dann, wenn sie rapide verstärkt werden, zu unerwartetem Verhalten. Zu sicheren Vorhersagen der unkalkulierbaren Überraschungen wird man aufgrund der unaufhebbaren Ungewißheiten chaotischer Systeme aus prinzipiellen Gründen nicht gelangen. Allerdings kann die Forschung bei der Untersuchung nicht linearer Prozesse und Teilkomponenten des Klimasystems durchaus Fortschritte machen.
 
"Die Wahrscheinlichkeit, daß solche rapiden Wechsel auftreten könnten, nimmt mit steigenden Treibhausgas-Emissionen zu." (Stephen H. Schneider, Institute for International Studies, IPCC-Autor, 1997) 

Wer in solchen Fällen vor dem Handeln Gewißheit will, der wird sie nie bekommen. Wer sie fordert, der verhindert vorsorgendes Handeln. Dieses hingegen stellt eine Art 'Versicherung' gegen nicht prognostizierbare 'Überraschungen' sowie gegen noch nicht wissenschaftlich hieb- und stichfest abgesicherte Risiken dar. Letzte Gewißheit erhalten wir hier nur durch die Ausführung des globalen Klima-Experimentes, das der Mensch anstellt - eines unkontrollierten Experimentes des Menschen mit der Menschheit.

Wir brauchen selbstkritische Klimawissenschaftler, beim derzeitigen Sachstand aber noch dringlicher ein gehöriges Maß an Skepsis gegenüber den Thesen vieler Klimaskeptiker. Keine der Gegenthesen kann auch nur ansatzweise so viele der uns bekannten Fakten erklären wie der Sachstand der Forschung zu Treibhauseffekt und globalem Klimawandel.

Who is who der Klimaskeptiker

Prof. Dr. Robert Balling Jr., Universität von Arizona; erhielt Funds vom Gesamtverband des Deutschen Steinkohlebergbaus und von der British Coal Corp sowie der Regierung von Kuwait.

Prof. Dr. C.J. Frits Böttcher, 80, Physikochemiker; veröffentlicht seine Kritik etwa im BMW-Magazin (1992).

Dr. Böttiger Verlags GmbH, Wiesbaden. Der zum LaRouche-Netzwerk gehörende Dr. Böttiger Verlag veröffentlicht zahlreiche Skeptiker-Schriften zum Ozonloch, zum Treibhauseffekt und überhaupt 'Umweltschutzbetrug'.

Prof. Dr. Brian Flannery, Physiker in Harvard, einer der Klimaskeptiker, die selbst IPCC-Autoren sind; von Esso (Exxon) gesponsorte Informationstour in Deutschland (1997).

Prof. Dr. rer. nat. Dr. rer. pol. Heyke, Kritiker zunächst der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Ozonloch, dann immer stärker auch von denen des Treibhauseffektes; Vortrag etwa auf der ACHEMA 1997. In seinem Buch 'Was ist Gott?' gibt der Autor eine Antwort auf diese Frage "von der Chemie her, der fundamentalen Wissenschaft im Zentrum der Naturwissenschaften!".

Prof. Dr. Richard Lindzen, USA, einer der wissenschaftlich anerkanntesten Skeptiker; er bestreitet, "daß jegliches Anzeichen einer Gefahr bereits eine neue Verordnung rechtfertige".

Prof. Dr. H. Metzner, Pflanzenphysiologe und Präsident der Europäischen Akademie für Umweltfragen e.V.; Metzner und seine Akademie betreibt systematisches Lobbying für die Klimaskeptiker.

Prof. Dr. Patrick J. Michaels, Associate Professor of Environmental Sciences at The University of Virginia; Herausgeber des 'World Climate Review', einem Skeptikermagazin, das die Western Fuels Association mit Unterstützung von Unternehmen aus der Kohleindustrie sponsert. Die Western Fuel Association begann in den späten 80er Jahren Klima-Skeptiker zu finanzieren.

Dr. Frederick Seitz, früherer Präsident der 'National Academy of Sciences', ehemaliger Präsident der 'Rockefeller University', Direktor des 'Marshall Institute'.

Prof. Dr. Fred Singer, einst 'oil economist', jetzt prominenter Klimaskeptiker; prinzipiell anerkannt als qualifizierter Atmosphärenwissenschaftler. Führender Kopf der "Leipzig Deklaration", in der etwa 100 Klimaskeptiker den IPCC-Sachstand kritisieren.

Dr. Wolfgang Thüne, Dipl. Meteorologe und Doktor der Soziologie (Dr. rer. pol.), bekannt als Fernseh-'Wetterfrosch', Institut für Demokratieforschung e.V. - Arbeitskreis Klima.

Dr. G.-R. Weber, Meteorologe beim Gesamtverband des Deutschen Steinkohlbergbaus, Essen; veröffentlichte 1991 das Buch 'Treibhauseffekt, Klimakatastrophe oder Medienpsychose?' im zum LaRouche-Netzwerk gehörenden Dr. Böttiger Verlag.
 

Übrigens: Eine Neuauflage der Informationsschrift "Alles Panikmache? oder Was ist dran an der Klimakatastrophe?" bereitet derzeit das Umweltbundesamt, Fachgebiet 'Schutz der Erdatmosphäre', Postfach 330022, 14191 Berlin, Tel: 030-231 45 5, Fax: 030-2315638 vor.

Die Broschüre "Countering the Sceptics", A Background Brief by Greenpeace, November 1997, wird herausgegeben von Greenpeace International, Keizersgracht 176, 1016 DW Amsterdam, The Netherlands, Tel: 0031-20 5236222 Fax: 0031-20 5236200;

Autor: Christoph Bals, GERMANWATCH e.V.

Veröffentlicht vom Forum Umwelt & Entwicklung


zuletzt geändert am 7.11.1998