Startseite  >  Klima  >  Verkehr  >  Flugverkehr

5  Schluss und Ausblick

Ernüchternd ist festzustellen, dass sich trotz der bekannten und von der Bundesregierung anerkannten Klimaschädlichkeit des Flugverkehrs keine Umkehr in der breit angelegten Förderpolitik des Flugverkehrs vollzogen hat. Eine wirtschaftlich kränkelnde Branche erhält weiterhin in hohem Umfang staatliche Unterstützung und ist auf dem besten Weg, sich in Zukunft zum Dauersubventionsempfänger zu entwickeln. Durch diese Förderung weist der Flugverkehr zusätzliches Wachstum auf, was die nach Wachstum dürstende Politik im Zirkelschluss dazu verleitet, weitere Subventionen in den Luftverkehr zu leiten, ohne die Verantwortung für die Folgen dieses Handelns hinsichtlich Schäden durch die gleichzeitig vorangetriebene Klimaänderung übernehmen zu wollen. Aufgrund dieser Konstellation ist die Flugverkehrsbranche einem großen finanziellen Risiko ausgesetzt: wenn sich das Auftreten von (statistisch) auf die Klimaänderung zurückführbaren Wetterextremen mit katastrophalen Folgen in Zukunft noch stärker als bisher häufen wird, und wenn dann von der Öffentlichkeit politisches Handeln gegen offensichtliche Klimasünder gefordert wird, die große Subventionsempfänger und bisher im Klimaschutz nur Trittbrettfahrer sind, dann wird der Wert bzw. Aktienkurs von Flugverkehrsgesellschaften drastisch fallen.

Schon aus Eigennutz wäre die Branche folglich gut beraten, den Klimaschutz ernst zu nehmen. Zum einen muss sie zumindest eine Begrenzung des Wachstums ihrer Emissionen akzeptieren, wenn eine Verringerung ihrer absoluten Emissionen schon unrealistisch zu sein scheint. Zum anderen sollte - vermittelt durch sogenannte Kompensationsdienstleister - ein Ausgleich über emissionsmindernde Maßnahmen in anderen Bereichen erfolgen (z.B. Finanzierung von Windparks etc.; vgl. Foliensatz und Begleittext "Klimaschutz im Fluge", Kier u.a. 2003).

Auch eine angemessene Verantwortungsübernahme der Flugverkehrsbranche für den Klimaschutz würde die Politik aber nicht von ihrer Verpflichtung entbinden, die massive Subventionierung des zunehmend defizitären (und daher betriebswirtschaftlich erfolglosen) Flugverkehrs stark zu reduzieren und auf die gesellschaftlich sinnvollen Bereiche zu begrenzen. Sowohl die Einsparung öffentlicher Gelder als auch die Beseitigung von wettbewerbsfeindlichen Marktverzerrungen sollten Grund genug dafür sein.
 
 
... Sie fanden dieses Briefing Papier interessant und hilfreich?

Wir haben es unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sind jedoch für unsere weitere Arbeit auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Spendenkonto 32 123 00, Bank für Sozialwirtschaft AG, BLZ 100 205 00

>> Infos zur Mitgliedschaft

Die Subventionierung des Flugverkehrs


zuletzt geändert am 12.5.03