StartseitePublikationen  >  Germanwatch-ZeitungNr. 2/00

Meldungen

KlimaKompakt

Jeweils drei Artikel über zentrale wissenschaftliche, politische oder ökonomische Entwicklungen in der Debatte um den Globalen Klimawandel enthalten die von GERMANWATCH gestalteten KlimaKompakt-Ausgaben. Die jüngste Ausgabe berichtet über den statistischen Nachweis des Zusammenhangs zwischen menschgemachten Treibhausgasen und globalem Klimawandel, den Zwischenbericht zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sowie die EU-Positionen zum Klimagipfel in Den Haag. Sie erscheinen acht mal im Jahr. Wer interessiert ist, kann kostenlos alle 4-8 Wochen die elektronische Version erhalten. [Weitere Infos und Anmeldung]
MT

 

Debate 21: Internationale NRO-Konferenz in Bonn

Debate 21 - ein Nord-Süd NRO-Diskussionsforum - feiert vom 18.-20. Okt. den Höhepunkt seines Dialogprozesses. Debate 21 wurde durch GERMANWATCH und WEED Ende 1998 ins Leben gerufen. Zusammen mit 15 NROs aus fünf Kontinenten schufen sie ein Dialogprojekt, um NRO-intern alternative Strategien und Positionen, die sich der ökonomischen Globalisierung mit ihrer negativen Auswirkung für Umwelt und Menschen entgegen stellen, zu diskutieren und zu entwickeln. Nun lädt Debate 21 NROs aus der ganzen Welt, die zu Globalisierung, sowie zu zukunftsfähigem Welthandel, internationalen Finanzmärkten und Klimapolitik arbeiten, ein. Debate 21 wird die größte globale Konferenz, die unabhängig von der internationalen Verhandlungsagenda die strategische Entwicklung alternativer, zivilgesellschaftlicher Entwürfe vorantreibt.
SR

 

Email an Schröder!

GERMANWATCH unterstützt die vom WWF initiierte Internetkampagne zum Klimaschutz. Die "Climate-Voice-Campaign" soll erreichen, daß vor dem Klimagipfel im November in Den Haag möglichst viele Teilnehmer eine Email an Ihren Staatschef und andere Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik schreiben. Sie sollen aufgefordert werden, den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu verringern. Schicken auch Sie eine Email an Herrn Gerhard Schröder! Das Formular finden Sie unter http://www.climatevoice.org/d/actnow/actnow_d.html
BH

 

Neue Erkenntnisse für zentrale klimapolitische Fragen

Neuigkeiten sind dieses Jahr von wissenschaftlicher Seite - genauer gesagt: von der weltweit höchsten wissenschaftlichen Autorität in Klimafragen, dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zu vernehmen. Die beiden wichtigsten sind der Sonderbericht Land Use, Land Use Change and Forestry (LULUCF) sowie ein weiterer zu Emissionsszenarien.

Der LULUCF-Bericht (Land Use, Land-Use Change, and Forestry) behandelt eingehend die sogenannten "Senken". Darunter sind die Möglichkeiten zu verstehen, mit denen Kohlenstoff langfristig getrennt von der Erdatmosphäre gebunden werden kann, wie etwa das Anlegen neuer Wälder. Dieser Bericht war nach den Worten des IPCC-Vorsitzenden Watson der schwierigste überhaupt, der den Konsensprozess des IPCC durchlief. Stellen die Senken doch das potentiell größte Schlupfloch, nein besser: die Achillesferse des Kyoto-Protokolls dar.

Der Sonderbericht zu den Emissionsszenarien (Emissions Scenarios) gibt Charakteristika der in vierjähriger Arbeit weltweit gefundenen Weltszenarien bis ins Jahr 2100 wieder. Diese Hunderte von Szenarien - sie sind "Nicht-Interventionsszenarien", was weltweite Klimapolitik angeht,- werden nach Triebkräften ihrer Dynamik kategorisiert und zeigen einerseits: Sehr ähnliche Zukunftswelten können eine große Bandbreite von Treibhausgaskonzentrationen verursachen. Und andererseits: sehr unterschiedliche "Welten" können zu ähnlichen Klimabelastungen führen. Manche dieser Szenarien gesellschaftlicher Entwicklung bieten günstige Ausgangspunkte für eine ambitionierte Klimapolitik. Das macht Hoffnung.

Die Analyse der zentralen Triebkräfte - die soziale, die ökonomische und die demographische Entwicklung sowie die Geschwindigkeit des technischen Wandels - drängt den Schluß auf, daß die von vielen vertretene Wachstumskritik in der bisherigen Weise zu überdenken ist.

MT

 

Neue Veröffentlichungen bei RioKonkret

Im Februar 2000 führte GERMANWATCH einen sehr gut besuchten Workshop "Die Auswirkungen der Klimaänderungen auf Entwicklungsländer" durch. Die Referent/-innen und Gäste kamen aus Wirtschaft, Politik (darunter auch mehrere Botschafter) und Wissenschaft sowie aus dem NRO-Spektrum. Ausgangspunkt war die Aussage, Wetterkatastrophen würden durch die Klimaänderung in Zukunft vermehrt auftreten. Plastische Beiträge der von solchen Katastrophen betroffenen Entwicklungsländer (wie Venezuela, Ecuador) beseitigten die letzten Zweifel zur Frage, ob das Klimaproblem nicht doch vorwiegend eine ökologische Thematik sei. Wenn ein Land wie Ecuador durch die Auswirkungen eines unüblich starken El Niño Schäden in Höhe von 20 Prozent des Bruttosozialprodukts zu verzeichnen hat und die Wirtschaft sich davon erst nach vielen Jahren erholen kann, ist offensichtlich, daß dies die Entwicklung des Landes um Jahre oder sogar Jahrzehnte zurückwirft.

Der Reader zum Workshop "Die Auswirkungen der Klimaänderungen auf Entwicklungsländer" (68 Seiten) kann in der Geschäftsstelle bestellt werden (DM 8,- zzgl. DM 3,- Versandkosten).

Zur Zwischenrunde der Klimaverhandlungen im September in Lyon und zum Klimagipfel in Den Haag werden vom RioKonkret-Team zwei Briefing Papiere erstellt. "Klima, Politik und Wissenschaft" gibt einen Überblick über die seit zehn Jahren laufenden internationalen Klimaverhandlungen mit ihren wichtigsten Zwischenergebnissen und über das Verfahren, wie diese zustande kamen. Ein Schwerpunkt liegt weiterhin in der Fragestellung, inwieweit und auf welche Weise wissenschaftliche Erkenntnisse in die internationale Politik einfließen. Das Briefingpapier zum Klimagipfel wird den aktuellen Verhandlungsstand darstellen, gegliedert nach den offenen Schlüsselfragen, vor dem entscheidenden Klimagipfel in Den Haag im November 2000. Am Ende jeden Kapitels wird die jeweilige GERMANWATCH-Position dargestellt (ab Anfang November auf den Webseiten von Rio Konkret).

MT

zuletzt geändert am 26.10.03