Gemeinsame Pressemitteilung von „Brot für die Welt“, Germanwatch, Greenpeace, Oxfam und WWF
Berlin, 14. April 2011. Ein breites Bürgerbündnis von Umwelt- und Sozialverbänden, Kirchen Entwicklungsorganisationen und Unternehmen hat sich auf sechs Pfeiler für einen schnellen Atomausstieg und den Umbau zu einer sozialverträglichen, ökologisch nachhaltigen und wirtschaftlich sowie klimapolitisch zukunftsweisenden Energieversorgung geeinigt. Das Eckpunktepapier wurde der Bundesregierung sowie den Ministerpräsidenten der Länder im Vorfeld des Energiegipfels am Freitag vorgelegt in der Erwartung, es zur Grundlage für den angestrebten gesellschaftlichen Konsens zur Energiewende zu machen.
"Die Menschen wollen jetzt eine Umkehr zum Leben. Sie erwarten von der Politik glaubwürdige und zukunftsfähige Weichenstellungen, national und international", sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Direktorin des evangelischen Werkes "Brot für die Welt". Das Konsenspapier gebe der Regierung für die angestrebte Wende in der Energiepolitik die notwendige Richtschnur und die breite gesellschaftliche Basis, nach der sie verlangt.
"Die Bevölkerung wird es der Bundesregierung nicht durchgehen lassen, wenn sie jetzt nicht ernst macht mit der Energiewende. Drei Viertel der Bürger sind nach einer aktuellen Forsa-Umfrage sogar bereit, vorübergehend höhere Strompreise in Kauf zu nehmen, damit der beschleunigte Umstieg auf Erneuerbare Energien und zu mehr Energieeffizienz gelingt", sagt Christoph Bals, der politische Geschäftsführer von Germanwatch. "Die Menschen werden die Bundesregierung daran messen, ob sie den Umstieg in ein Wohlstandsmodell jenseits der Risiken von Atomkraft und Kohle organisiert."
Für Oxfam-Geschäftsführer Paul Bendix muss die Bundeskanzlerin sicherstellen, dass der Umbau der Energieversorgung eine konsequente Abkehr von den Dinosauriern nach sich zieht. "Wer etwa den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke forciert, ersetzt das Atomrisiko durch ein Klimarisiko. Dem sind dann aber vor allem die Menschen in den armen Ländern ausgesetzt, wo Dürren, Stürme und Überschwemmungen infolge des Klimawandels schon jetzt die Menschen bedrohen und die Ernten schrumpfen lassen."
Nach Ansicht von Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace, besteht die Brücke in die Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien aus höhere Energieeffizienz und Erdgas. "Für den Ersatz der Atomkraftwerke muss dann kein einziges Kohlekraftwerk mehr gebaut werden." Er fordert: "Deutschland muss jetzt in Europa voran gehen, schnell aus der Atomenergie aussteigen und sich für ein neues Klimaschutzziel der EU von minus 30 Prozent bis 2020 stark machen."
Regine Günther, Leiterin Klima- und Energiepolitik beim WWF, erwartet vom morgigen Energiegipfel ein deutliches Bekenntnis der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien und der drastischen Steigerung der Energieeffizienz. "Wichtige Ergebnisse sollten die Verständigung auf eine Bundesplanung für den Netzausbau, ein Programm zur Beseitigung von Hemmnissen für den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie Energieeinsparinvestitionen in allen Bundesländern sein."
>> Papier "Sechs Eckpfeiler für eine klima- und energiesichere Zukunft" [PDF, 100 KB]
Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:
Bisherige Unterzeichner (Stand
11.04.2011): ADRA Deutschland; Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.; Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft e.V.; Arbeitsgemeinschaft der evangelischen
Jugend aej; Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Gliedkirchen
der EKD; Arbeitsgemeinschaft katholischer Organisationen und Verbände
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart; Arbeitsstelle Eine Welt in der
ev.-luth. Landeskirche Sachsen; artefact - Zentrum für Nachhaltige
Entwicklung; Avaaz, BAUM e.V.; Bayernallianz für Atomausstieg und
Klimaschutz; Bischof Jan Janssen, Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg,
sowie die Mitglieder des Kollegiums des Oberkirchenrates; Bischofskollegium
der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche; Bremische Evangelische Kirche - Landesverband
Evang. Tageseinrichtungen für Kinder in Bremen; Brot für die
Welt; Bürgerbegehren Klimaschutz; Corporate Responsibility Interface
Center (CRIC) e.V.; Dachverband Entwicklungspolitik Baden- Württemberg
e.V.; Das Hunger Projekt e.V.; Deutsche Umwelthilfe; Diözesankomittee
im Erzbistum Paderborn; Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen;
ecovision GmbH; Eine Welt Netz NRW; Elektrizitätswerke Schönau;
Energie in Bürgerhand; European Business Council for Sustainable Energy
(e5); Evangelische Erwachsenenbildung Sachsen; Evangelische Kirche der
Pfalz; Evangelische Kirche in Hessen und Nassau; Evangelische Kirche von
Westfalen; Evangelische Landeskirche in Baden; Evangelischer Entwicklungsdienst;
Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig e.V.; Evangelisch-lutherischer
Kirchenkreis Hamburg-Ost UmweltHaus Am Schüberg; FIAN; Forum Ökologie
& Papier; Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V.; Freiburger
Kantstiftung; Gender CC Women for Climate Justice; Germanwatch; Gesellschaft
für Nachhaltigkeit e.V.; Global Marshall Plan; Global Policy Forum
Europe; Greenpeace; Grüne Liga Bundesverband; Help - Hilfe zur Selbsthilfe
e.V.; INKOTA; Kairos Europa; juwi; KATE; Katholische Landjugendbewegung;
Kindernothilfe; Kirche für Klima - Die nordelbische Klimakampagne;
Klima- und Umweltbündnis Stuttgart; Klima-Bündnis; KOSA; Lebenshaus
Schwäbische Alb; Menschenrechte 3000 e.V.; Naturfreunde Deutschlands;
Naturfreunde in Baden-Württemberg; Naturschutzbund Deutschland; Netzwerk
Nachhaltige Ökonomie; Nordelbisches Frauenwerk; Nordelbisches Zentrum
für Weltmission und kirchl. Weltdienst NMZ; Ökumenische Initiative
Bremen; Ökumenisches Netzwerk Frauen für Klimagerechtigkeit;
Ökumenisches Netzwerk Kirchliches Umweltmanagement; Oxfam; Pazifik
Netzwerk; PLÄDOYER für eine ökumenische Zukunft; Plant for
the Planet; S.U.N. e.V. Solarenergie und umweltfreundliche Energienutzung
Neckar-Odenwald; Solarcomplex AG; Sonnenseite - Franz und Bigi Alt; Stiftung
Weltvertrag / Global Contract Foundation; Südwind e.V.; Unabhängiges
Institut für Umweltfragen; Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen
VEN e.V.; Verband entwicklungspolitischer NRO Brandenburgs; Vereinte Evangelische
Mission; waswirtun.de - Initiative und kreative Lösungen zu Klimawandel,
Umwelt und Gesellschaft!; Werkstatt Ökonomie; WWF; Zentrum Ökumene
der EKHN - Brot für die Welt