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Internationale Finanzarchitektur- welche Reformen sind notwendig?

Im frisch renovierten "Kassensaal" der KfW in Berlin trafen sich auf Einladung von KfW und dem Germanwatch Büro Berlin am 4. Juli über 200 interessierte Politiker, Beamte, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler und NGOs zu einem Podiumsgespräch "Internationale Finanzarchitektur- welche Reformen sind notwendig?".

Die Spannweite der von Ingrid Matthäus-Maier, Vorstandsmitglied der KfW moderierten Podiumsdiskussion und anschließender Fragen reichte von "zu langsame Fortschritte bei der Stablisierung der Finanzmärkte" ( Finanzstaatssekretär Cajo Koch Weser), dem Vorschlag des vorrangigen Einsatzes bereits erprobter und verfügbarer Instrumente (z.B. Bardepot) für den Fall unerwünschter Devisenzuflüsse (Dr. Friedrich, Chefvolkswirt der Dresdner Bank) bis zur Forderung nach einer "Reregulierung zu weitgehend liberalisierter Märkte" und der "Einführung einer Besteuerung spekulativer Devisenflüsse (Tobin-Steuer)" (Prof Altvater FU). LZB Präsident Kotz, Hannover erläuterte eine Anzahl wirkungsgleicher Instrumente. In der - leider nur kurzen -Plenardiskussion kamen eine Reihe Politiker und Vertreter des neugegründeten und von Germanwatch unterstützten Netzwerks für eine demokratische Kontrolle der Finanzmärkte zu Wort.

Es schlossen sich über 3 Stunden angeregter Gespräche der Teilnehmer untereinander an, bei der Verabredungen für eine Fortsetzung verschiedener Aspekte der Diskussion unter den Beteiligten getroffen wurden.

Die Veranstaltung war der Auftakt zu einer von beiden Organisatoren konzipierten Reihe "Fachgespräche zur Globalisierung", die am 24.10. mit einem von Michael Windfuhr moderierten Abend zu neuen Formen der Entwicklungsfinanzierung fortgesetzt werden soll.

Berliner Fachgespräche zur Globalisierung
Internationale Finanzarchtektur - welche Reformen sind notwendig?

Eine Veranstaltung von Germanwatch und der KfW am Dienstag, 04. Juli 2000 um 19:30 Uhr, Berlin

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Meltzer-Reports, der einschneidende Reformen bei IWF und Weltbank erfordert, und der Forderungen aus der Zivilgesellschaft nach größerer Transparenz und Repräsentativität der internationalen Finanzinstitutionen, stellt sich die Frage nach der deren zukünftiger Rolle und damit auch der Eckpfeiler einer neuen Finanzarchitektur. Die Verschuldung der Entwicklungsländer, das Verhältnis von Staat und Wirtschaft und die Funktion nationaler Finanzsysteme sind dabei wichtige Aspekte. Im Rahmen der Veranstaltung sollen Positionen unterschiedlicher Provenienz diskutiert werden.

Podiumsteilnehmer:

Moderatorin: Frau Ingrid Matthäus-Maier, Mitglied des Vorstandes der KfW


zuletzt geändert am 20.07.00