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Worum geht es bei den UN-Klimaverhandlungen im Juni 2009?

Vom 1.-12. Juni verhandeln in Bonn die Delegierten der Unterzeichnerstaaten der UN-Klimakonvention und des Kioto-Protokolls. Ziel ist es, in Kopenhagen im Dezember ein Nachfolgeabkommen für das im Dezember 2012 auslaufende Kioto-Protokoll zu verabschieden.

Seit Mitte Mai gibt es einen Textvorschlag für ein Abkommen in Kopenhagen. Der Text besteht aus vielen Optionen resultierend aus den Vorschlägen der Staaten, die nun verhandelt werden: wegweisende, aber auch ganz schwache Formulierungen stehen nebeneinander. Hauptverhandlungsthemen sind:

Die großen politischen Fragen - wer reduziert wie viel, wer zahlt wie viel - werden erst im Dezember in Kopenhagen letztlich entschieden. Der G8-Gipfel in Italien (8.-10. Juli) und das sich anschließende Treffen der großen Industrie- und Schwellenländer wird wichtige Signale für die politische Ambition geben. Auf UN-Ebene werden während dessen die Details der Verträge ausgehandelt.

Eine Schlüsselfrage ist, ob Deutschland bereit ist - kurz vor der Wahl - eine internationale Vorreiterrolle zu übernehmen. Bisher besteht der Eindruck, dass Deutschland und die EU - wegen ihrer zögerlichen Haltung bei der Finanzkooperation - zu einem Problem der künftigen Verhandlungen werden könnten. Es wird spannend zu sehen, wie viel Dynamik die ab Juli amtierende schwedische EU-Präsidentschaft in die derzeit sehr zögerliche EU-Positionierung bringen wird. Und welche Rolle dieses zentrale Zukunftsthema im deutschen Wahlkampf spielen wird.

Christoph Bals und Stefan Rostock
 

>> Offizieller Verhandlungstext
 


zuletzt geändert am 9.6.09