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Einführung zum Projekt

Klimafreundliche öffentliche Beschaffung

In Deutschland werden gegenwärtig jährlich ca. 360 Milliarden Euro im Rahmen der öffentlichen Auftragsvergabe umgesetzt, dies entspricht etwa 17% des Bruttoinlandsproduktes. Mehr als 50 Milliarden Euro des Beschaffungsvolumens sind laut einer Studie  von McKinsey direkt treibhausgasrelevant. Im Jahr 2006 war der Öffentliche Sektor für Emissionen von 42,8 Megatonnen CO2-Äquivalenten (Mt CO2e) verantwortlich, das macht rund 4% aller Emissionen Deutschlands aus und entspricht etwa den CO2-Emissionen der Schweiz!

Das öffentliche Beschaffungswesen birgt große Potentiale zur CO2-Einsparung, bis zum Jahr 2020 können mehr als 12 Mt. CO2e, also knapp 30% der Emissionen eingespart werden. Die enorme Einkaufsmacht der öffentlichen Hand kann gleichzeitig wichtige Impulse zur Entwicklung von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen geben und die öffentlichen Haushalte durch Energieeinsparungen entlasten.

Um die Potentiale der klimafreundlichen Beschaffung voll ausschöpfen zu können, bedarf es sowohl mehr Verbindlichkeit durch konkrete Zielvorgaben als auch einer Strategie, wie klimafreundliche Beschaffung in deutschen Behörden zur Regel werden kann. Deutschland ist jedoch einer der sehr wenigen EU-Staaten, die noch nicht über einen Aktionsplan zur klimafreundlichen und nachhaltigen Beschaffung verfügen, sodass weit weniger CO2 und Geld eingespart werden, als möglich wäre. In der Folge leidet der Klimaschutz während deutsche Beschaffer gleichzeitig Millionen von Euro an Steuergeldern verschwenden.

Seit August 2009 ist Germanwatch im Themenfeld der öffentlichen Beschaffung mit einem von der European Climate Foundation geförderten Projekt aktiv. Unser Ziel ist, eine breite Unterstützung für klimafreundliche öffentliche Beschaffung zu etablieren, die einen Politikbeschluss für klimafreundliche Beschaffung in Übereinstimmung mit den Klimazielen Deutschlands erreicht und dafür einen Strategieplan inkl. Umsetzungs-Roadmap erarbeitet. Die Aktivitäten werden eng mit dem von Germanwatch mitgegründeten "CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung" abgestimmt sein, das im Juni 2009 Anforderungen an einen Aktionsplan sozial-ökologische öffentliche Auftragsvergabe in Deutschland veröffentlicht hat.

Katrin Ansel


zuletzt geändert am 12.12.09