Die in diesem Jahr aufgrund mehrerer Einflüsse gestiegenen Kraftstoffpreise führen zu meßbaren Verhaltensänderungen von Autofahrern und Konsumenten. Auch wenn der Effekt des Umsteigens auf den Öffentlichen Verkehr (ÖV) gering ist - nicht einmal jede tausendste Pkw-Fahrt wurde auf den ÖV verlagert -, hat das Münchner ifo-Institut festgestellt, daß die Pkw-Fahrleistung um 3 % gegenüber dem Trend abnahm, der Kraftstoffverbrauch des Pkw-Verkehrs um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr zurückging und der Bestandzugang um ein Drittel sank.
GERMANWATCH gibt Auszüge aus der ifo-Wirtschaftskonjunktur vom September 2000 wieder.
In der Verkehrskonjunktur des Jahres 2000 wird die Nachfrage im Personenverkehr vor allem aufgrund des Anstiegs der Kraftstoffpreise (die Zahl der Personenfahrten schrumpft erstmals seit der Vereinigung) leicht sinken. Der größte Teil der unterlassenen Pkw-Fahrten wird nicht auf andere Verkehrsmittel verlagert, sondern gänzlich unterlassen. Ein preisbedingter Umstieg vom Pkw zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) findet natürlich vorwiegend in Gebieten mit gut ausgebauten Nahverkehrssystemen und hier überwiegend im Berufsverkehr statt.
Die bestandneutralen Ersatzbeschaffungen nahmen jedoch nur in einem vergleichsweise geringen Ausmaß ab, nämlich um 2 %. Die zweite Komponente der Neuzulassungen - der Bestandszugang - sank um bemerkenswerte 31 % oder 0,190 Mio. auf 0,417 Mio. Pkw. Das kräftige Minus der Neuzulassungen in der ersten Jahreshälfte 2000 ist also nahezu ausschließlich auf die verhaltene Bestandserweiterung zurückzuführen.
Das Passagieraufkommen im Luftverkehr wird voraussichtlich um 7 % wachsen. Die Nachfrage nach innerdeutschen Flügen entfaltet eine hohe Wachstumsdynamik. Im Verkehr mit ostdeutschen Zielen nimmt das Fluggastaufkommen unterdurchschnittlich zu, Leipzig mußte in den ersten sieben Monaten sogar einen Aufkommensverlust von gut 3 % hinnehmen.
Quelle: ifo Wirtschaftskonjunktur 9/2000 (Informationen vom ifo Institut unter http://www.ifo.de/orcl/dbssi/W9-00Abstract.htm)