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Keine ausreichenden Klimaschutzmaßnahmen der westlichen Industrieländer

Emissionsanstieg um 17 Prozent bis 2010

In der Übersicht des UN-Klimasekretariats über die Emissionsprojektionen einzelner Industrieländer zeigt der Trend für die westlichen Staaten trotz ergriffener Maßnahmen weiter nach oben. Wirksame weitere Schritte sind zur Umkehr der Entwicklung nötig.

Germanwatch bringt die Meldung leicht gekürzt in eigener Übersetzung.

"Ein neuer Bericht bestätigt, dass die Industrieländer, die ihre Emissionen an Kohlenstoffdioxid und anderen Treibhausgasen während der 1990er Jahre stabilisiert haben, wahrscheinlich einen Anstieg dieser Emissionen zum Ende dieses Jahrzehnts erleben werden.

Basierend auf Projektionen der Regierungen selbst sieht der Bericht voraus, dass die Emissionen Europas, Japans, der USA und anderer hoch industrialisierter Länder zusammen von 2000 bis 2010 um 17% wachsen könnten, obwohl nationale Maßnahmen in Kraft sind, um die Emissionen zu begrenzen. Einhergehend mit einer Erholung ihrer Wirtschaft von ihrem Tiefstpunkt der frühen und mittleren 90er Jahre beginnen die Emissionen in den sogenannten Übergangsländern Mittel- und Osteuropas gleichzeitig wieder anzuwachsen. Als Ergebnis werden die Emissionen in den Industrieländern insgesamt (hochindustrialisierte plus Übergangsländer) um 10 % von 2000 bis 2010 ansteigen.

"Diese Befunde demonstrieren klar, dass stärkere und kreativere Politik nötig sein wird, um die Ausbreitung klimafreundlicher Technologien zu beschleunigen und um Firmen, lokale Regierungen und Bürger zu überzeugen, ihre Treibhausgasemissionen zu begrenzen" sagte Joke Waller-Hunter, Exekutiv-Sekretärin der UN-Klimarahmenkonvention.

Die Industrieländer zusammen verzeichneten eine Reduktion ihrer Emissionen um 3% in den 1990er Jahren, die auf einen Rückgang von 37% der Emissionen der Übergangsländer zurückzuführen ist. Sie erreichten also das mittelfristige Ziel der Klimarahmenkonvention, die Gesamtemissionen dieser Ländergruppe im Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990 zu halten.

Allerdings stiegen die Treibhausgasemissionen der hochindustrialisierten Länder in dieser Zeit um 8%. Die Gesamtemissionen der Europäischen Union nahmen von 1990 bis 2000 um 3,5% ab (...). Die Emissionen stiegen in den meisten anderen hochindustrialisierten Ländern, einschließlich Neuseeland (5%), Japan (11%), den USA (14%), Australien (18%) und Kanada (20%).

Die Emissionen nahmen in allen bedeutenden Wirtschaftssektoren zu (...).

Der Bericht stellt fest, dass Regierungen umfassendere Strategien und Maßnahmen gegen ihre Emissionen einführen als noch vor einigen Jahren. (...)

Nationale Regierungen spielen weiterhin eine wichtige Rolle darin, die grundsätzliche Strategie zur Reaktion auf den Klimawandel zu entwerfen. Lokale und regionale Regierungen werden jedoch mehr beteiligt und es liegt eine größere Betonung darauf, wichtige Interessenvertreter und die Zivilgesellschaft zu konsultieren und mit ihnen zusammen zu arbeiten.

Mit sehr wenigen Ausnahmen unterstrichen die berichtenden Regierungen die Bedeutung des Kyoto-Protokolls von 1997 für die Gestaltung ihrer nationalen Reaktionen auf den Klimawandel. Sie wiederholten, dass ihre Kyoto-Zielsetzungen ein erster Schritt dazu seien, Emissionen langfristig und kontinuierlich zu senken."

Quelle: Pressemitteilung des UN-Klimasekretariats vom 3.6.03
 


zuletzt geändert am 20.6.03