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 Filmrezension

GOOD FOOD BAD FOOD

Alarmierend und hoffnungsvoll: Neuer Film zur Entwicklung der weltweiten Landwirtschaft
 
Der gerade in den Kinos angelaufene Dokumentarfilm "Good Food Bad Food - Anleitung für eine bessere Landwirtschaft" von Coline Serreau ("Saint Jaques … Pilgern auf Französisch", "Drei Männer und ein Baby") zeigt auf anschauliche Weise die Ursachen der Entwicklung der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg: Die ursprünglich naturgegebenen regionalen Bedingungen werden vom rasant wachsenden Industriezweig immer weiter verdrängt. Die Fruchtbarkeit des Bodens wird ersetzt durch den Dünger, dessen Nährstoffe nur den Pflanzen einer Vegetationsperiode zugute kommen, während der Boden schon restlos degradiert ist. Die einheimischen angepassten Sorten der Ackerpflanzen werden durch weltweit einheitlich gentechnisch verändertes Saatgut eingetauscht. 

Ein nicht aufzuhaltender Prozess, in dem es bald keine Alternative zur industriellen Landwirtschaft mehr gibt? Eben nicht! In den Erzählungen und Erklärungen von Wissenschaftlern, Wanderarbeitern und Landwirten aus Frankreich, Brasilien, Indien und der Ukraine werden Wege aufgezeigt, wie sich die Bauern von der Industrie unabhängig machen und einen fruchtbaren Boden in einem wiederbelebten Kreislauf von Fruchtfolgen verschiedener Pflanzen, einschließlich schattenspendender Bäume und Viehhaltung, schaffen. Für sie bedeutet das einen respektvollen Umgang mit dem Boden. 

Der Zuschauer geht aus dem Kino und wünscht sich mehr engagierte Bauern, die sich für eine gesunde, nachhaltige Bewirtschaftungsform stark machen - bis die Agrarpolitik auch ein Einsehen hat. 

Wer über unsere Lebensgrundlagen besser informiert sein will, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen. 

Kinostart: 20. Januar 2011 

Marion Reichardt
 


zuletzt geändert am 21.1.11