Rio20+: Konferenz der UN über nachhaltige Entwicklung

Rio20+: Konferenz der UN über nachhaltige Entwicklung

20 Jahre nach dem ersten "Erdgipfel" kamen vom 20. bis 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro wieder die VertreterInnen von Regierungen und Zivilgesellschaft zusammen, um über Nachhaltige Entwicklung zu diskutieren und notwendige Prozesse in Gang zu bringen. Germanwatch war inhaltlich und persönlich vor Ort dabei, um wichtige Impulse zu geben. Auf dieser Seite machen wir für Sie "Rio20+" konkret.

Beim Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro vom 20. bis 22. Juni 2012 ging es um nichts weniger als um die Frage, wie sich die UN in den nächsten 20 Jahren aufstellt, um sich auf die großen Nachhaltigkeits-Herausforderungen, die Grenzen des Planeten und die großen geopolitischen Veränderungen einzustellen - sowohl im Hinblick auf institutionelle Fragen wie auf Nachhaltigkeitsziele und Rahmensetzungen für die Wirtschaft. Die Rio-Konferenz sollte hierzu Prozesse anstoßen, die in den nächsten Jahren Schritt für Schritt abgearbeitet werden.

Doch der Gipfel demonstrierte deutlich die strukturelle Handlungsunfähigkeit der internationalen Staatengemeinschaft in Nachhaltigkeitsfragen. Bei den großen Fragen von Rio gab es nur kleine Fortschritte:

  • beim Arbeitsauftrag für die Entwicklung von aktionsorientierten Nachhaltigkeitszielen bis 2015,
  • bei der institutionellen Aufwertung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und Ablösung der Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD) sowie
  • bei der Unterstützung einer grünen Wirtschaft im Kontext von nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung.

Es ist fast erstaunlich, dass es dem Rio-Gipfel gelang, trotz aller Schwierigkeiten das Thema „Green Economy“ weltweit auf die Agenda zu setzen. Auch dies zeigt die Bedeutung multilateraler Prozesse. Aber es ist auch überdeutlich, dass sich mit diesen Prozessen allein – deren Aufgabe es ist, den Minimalkonsens zu organisieren – der Ausstieg aus dem Gefangenendilemma nicht organisieren lässt. Dazu bedarf es des Handelns einzelner Staaten und der überzeugenden Vorreiterrollen – eine gelungene Energiewende in Deutschland könnte das Zeug dazu haben. Und es bedarf der Vorreiterallianzen zwischen Staaten, um das Handeln und Verhandeln zu dynamisieren.

 

Materialien / Publikationen zum Gipfel und zu den Themen von Rio20+                                           
Cover Rio-Analyse
Publikation

Eine strategische Analyse des Nachhaltigkeitsgipfels von Rio 2012

Beschwörung einer grünen Wirtschaft vor dem Hintergrund struktureller Handlungsunfähigkeit der Staatengemeinschaft

Der Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro vom 20. bis 22. Juni 2012 demonstrierte deutlich die strukturelle Handlungsunfähigkeit der internationalen Staatengemeinschaft in Nachhaltigkeitsfragen. Die Regierung der Weltmacht USA ist aufgrund innerer Blockaden nur begrenzt handlungsfähig. Die geopolitischen Verschiebungen zwischen aufstrebenden und an Bedeutung verlierenden Mächten führen zu weiteren Blockaden. Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise stellen immer mehr Regierungen auf einen kurzfristigen Krisenbekämpfungsmodus um. So verwundert es nicht, dass es bei den großen Fragen von Rio nur kleinschrittige Fortschritte gab. >> mehr
Bild: Germanwatch Pressemitteilung
Pressemitteilung
22. Juni 2012

Germanwatch-Bilanz des Rio-Nachhaltigkeitsgipfels

Am Abschlusstag des Nachhaltigkeitsgipfels von Rio, zieht Germanwatch Bilanz. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, erklärt: "Die Staatengemeinschaft hat in Rio nicht die notwendigen Beschlüsse getroffen, die angesichts sich zuspitzender Krisen um Ernährung, Klima, Energie, Rohstoffe, Wasser, Ozeane und Artenvielfalt notwendig sind. Schlimmer noch: Sie ist derzeit dazu offensichtlich nicht in der Lage. Die US-Regierung scheint in vielen der Fragen wegen der Blockaden im Land nicht handlungsfähig. Die Verhandlungsprozesse werden immer stärker durch Stellungskämpfe zwischen geschwächter Supermacht USA und den aufstrebenden neuen Großmächten wie China, Indien, Brasilien dominiert. Es geht offensichtlich darum, international das Gesicht zu wahren, statt die Menschen und den Planeten zu retten. ... >> mehr
Publikation

Zum Zusammenhang des UN-Gipfels in Rio und dem Stiftungstag in Erfurt (Juni 2012)

Impulsvortrag von Klaus Milke zum Abschlusstag „Mit langem Atem !“

"...ein guter Zufall wollte es, dass der UN-Gipfel für eine nachhaltige Entwicklung und zur Armutsbekämpfung in Rio und dieser Stiftungstag in Erfurt genau zur gleichen Zeit stattfinden, ja gleich muss man sagen: stattgefunden haben. Eine Chance und gleichzeitig eine große Herausforderung ist, dass der Bundesverband der Deutschen Stiftungen sich für 2012 in Erfurt das Oberthema „Nachhaltige Entwicklung“ ausgewählt hat. Am Mittwoch bei der Eröffnung und in den Veranstaltungen danach haben wir ja schon viel darüber gehört. Auch, dass die Erwartungen Richtung Rio auf der Grundlage der da seit Mittwochfrüh schon kursierenden sehr schwachen brasilianischen Abschlusserklärung überaus gedämpft waren. ..." >> mehr
Bild: Germanwatch Pressemitteilung
Pressemitteilung
19. Juni 2012

Das Ergebnis von Rio

Die Kluft zwischen wachsenden Problemen und geringer Handlungsfähigkeit

Heute haben sich beim Nachhaltigkeitsgipfel in Rio die Staaten auf das Abschlussdokument geeinigt. Ohne Änderung nahmen sie den Text der brasilianischen Verhandlungsdelegation an. Es ist davon auszugehen, dass er ohne weitere Verhandlungen und Änderungen von den Regierungschefs, die Ende der Woche nach Rio kommen, angenommen wird. >> mehr
Cover: Positionspapier zu Rio20
Publikation

Die Chancen des Nachhaltigkeitsgipfels von Rio nutzen

Germanwatch-Positionspapier zu Rio20+: Nachhaltige Entwicklungsziele, starke UN-Institutionen sowie ein verbindlicher Rahmen für eine Grüne und Faire Wirtschaft

Beim Nachhaltigkeitsgipfel in Rio geht es um nichts weniger als um die Frage, wie sich die UN in den nächsten 20 Jahren aufstellt, um sich auf die großen Nachhaltigkeits-Herausforderungen, die Grenzen des Planeten und die großen geopolitischen Veränderungen einzustellen - sowohl im Hinblick auf institutionelle Fragen wie auf Nachhaltigkeitsziele und Rahmensetzungen für die Wirtschaft. Mit dem vorliegenden Positionspapier zeigen wir die Chancen von "Rio20+" auf und geben einen kommentierten Einblick in relevante Abschnitte des Verhandlungstextes. >> mehr
Weitblick
Weitblick
2. Juni 2012

Schwerpunkt: UN-Gipfel Rio20+

Im Juni kommen die Regierungen der Welt 20 Jahre nach dem historischen „Rio-Erdgipfel“ von 1992 erneut zusammen, um über Strategien für eine Nachhaltige Entwicklung zu verhandeln. Ein Rekord scheint bereits sicher: Mit 50.000 registrierten Gästen werden beim „Rio20+“-Gipfel mehr Gäste erwartet, als beim letzten Erdgipfel vor zehn Jahren in Johannesburg. >> mehr
Deckblatt: Zur Lage der Welt 2012
Publikation

Zur Lage der Welt 2012

Nachhaltig zu einem Wohlstand für alle: Rio 2012 und die Architektur einer weltweiten grünen Politik

Die Ausgabe 2012 mit dem Titel "Nachhaltig zu einem Wohlstand für alle. Rio 2012 und die Architektur einer weltweiten grünen Politik" enthält ein Kapitel "Politische Leitplanken und unternehmerische Verantwortung für eine 'Green and Fair Economy'" von Christoph Bals, Cornelia Heydenreich und Klaus Milke (Germanwatch). >> mehr
Cover: Green and Fair Economy
Publikation

Deutschland auf dem Weg in eine "Green and Fair Economy"?

Eine NGO-Perspektive als Beitrag zu Rio20+

Dieses Papier führt in die deutsche und internationale Debatte ein, macht den Versuch einer Begriffsklärung und formuliert Erwartungen an den „Rio20+”-Gipfel. Zu vier zentralen Handlungsfeldern – Nachhaltigkeitsstrategie, Klima und Energie, Landwirtschaft und Unternehmensverantwortung – formuliert Germanwatch basierend auf seiner langjährigen Expertise konkrete Politikvorschläge, die sich an die Akteure in der deutschen Politik richten. Die Rolle der Wirtschaft für den Umbau zu einer „Green and Fair Economy“ wird dabei in besonderer Weise diskutiert. >> mehr
KlimaKompakt Spezial
KlimaKompakt Spezial
23. Dezember 2011

Von Durban nach Rio: Rückenwind für einen Paradigmenwechsel?

Mit dieser Ausgabe von KlimaKompakt Spezial möchte Germanwatch Sie genau ein halbes Jahr vor dem Rio20+-Gipfel auf die politische Agenda aufmerksam machen. Zugleich zeigen wir einige Möglichkeiten, wie Sie sich an der politischen Debatte auf verschiedenen Ebenen beteiligen können, unter anderem, um auf hilfreiche Ergebnisse und nicht nur politische Formelkompromisse zu drängen. Dass man nicht auf Dauer ernsthaftes Handeln durch Rhetorik ersetzen kann, sollte 20 Jahre nach Rio klar sein. >> mehr
KlimaKompakt
KlimaKompakt
30. September 2011

KlimaKompakt Nr. 72: Klimamigration

Der Rio+20-Gipfel rückt mit großen Schritten näher, in die offiziellen Vorbereitungsverhandlungen kommt nach sehr zähem Beginn allmählich Schwung. Die Themen „Green Economy“ (im Kontext von Armutsbekämpfung und nachhaltiger Entwicklung) und eine Stärkung der internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeits- Architektur werden Anfang Juni 2012 im Mittelpunkt der Agenda des Gipfels in Rio de Janiro stehen. >> mehr

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Unser Team war vor Ort

"Rio+20" oder "Rio20+"?

Die im offiziellen Sprachgebrauch mit "Rio+20" abgekürzte Konferenz sollte in unseren Augen weniger für die Rückschau auf die leider unzureichende Umsetzung des Rio-Gipfels 1992 genutzt werden. Vielmehr sollte er als Blick nach vorne und damit als "Rio20+" verstanden werden, wie er deshalb auch von vielen Akteuren wie dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und von Germanwatch genannt wird.


Copyright der Karikatur am Seitenanfang: Michael Hüter; Quelle: Ev. Entwicklungsdienst e.V. / Brot für die Welt (2011): Rio+20. Ein kleines Begriffslexikon.