Der Fall Huaraz

Der Fall Huaraz

Der Andenstadt Huaraz (Peru) droht eine Flutkatastrophe. Ursache ist die klimawandelbedingte Gletscherschmelze. Wir unterstützen die Menschen dort, ihr Recht auf Schutz von den Verursachern einzufordern.

Chronologie des "Falls Huaraz"

24.11.2015: Saúl Luciano Lliuya reicht die Klage ein, welche vom Landgericht Essen als „Rechtssache von grundsätzlicher Bedeutung“ eingestuft wird. >>>

Juni 2016: In der Klageerwiderung bestreitet RWE die eigene Verantwortung für Klimaschäden in den Anden und leugnet das Flutrisiko. >>>

24.11.2016: Unter großem nationalen und internationalen Interesse findet die erste mündliche Verhandlung statt – die Entscheidung wird vertagt. >>>

15.12.2016: Das Landgericht Essen weist die Zivilklage gegen RWE ab. >>>

26.01.2017: Saúl Luciano Lliuya legt beim Oberlandesgericht Hamm Berufung gegen das abschlägige Urteil des Landgerichts Essen ein. >>>

13.11.2017: Die Berufung vor dem Oberlandesgerichts Hamm wird mündlich verhandelt. Das Gericht gibt klar zu erkennen, dass große Emittenten wie RWE grundsätzlich verpflichtet sind, Betroffene von Klimaschäden in armen Ländern zu unterstützen. >>>

30.11.2017: Das Oberlandesgericht Hamm entscheidet den Eintritt in die Beweisaufnahme und schreibt damit ein Stück Rechtsgeschichte. >>>

Aktuelles

Bild: Germanwatch Pressemitteilung
Pressemitteilung
26. Januar 2017

Klimaklage gegen RWE: Peruanischer Bergführer geht in Berufung

Saúl Luciano Lliuya legt beim Oberlandesgericht Hamm Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Essen ein. Der Peruaner aus den Hochanden möchte erreichen, dass der Energiekonzern RWE anteilig für Schutzmaßnahmen vor Klimawandelfolgen in seiner Heimat aufkommt.

Der Bergführer und Kleinbauer Saúl Luciano Lliuya aus Peru hat heute Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Essen in seinem Zivilverfahren gegen RWE eingelegt. Gemeinsam mit seiner Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen (Hamburg) kämpft er nun vor dem Oberlandesgericht Hamm weiter dafür, dass RWE sich als größter CO2-Emittent Europas an Schutzmaßnahmen gegen Klimawandelfolgen in den peruanischen Anden beteiligen muss. Diese bedrohen große Teile seiner Heimatstadt Huaraz. In erster Instanz war die "Klimaklage" Mitte Dezember abgewiesen worden. >> mehr
Video
Meldung
16. Dezember 2016

Interview mit Noah Walker-Crawford zum Gerichtsverfahren "Saúl gegen RWE"

Der Peru- und Klima-Experte Noah Walker-Crawford im Video-Interview zum Fall Huaraz gegen RWE, über Klimaklagen allgemein und wie es jetzt weiter geht. >> mehr
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Pressemitteilung
15. Dezember 2016

Landgericht weist Klimaklage gegen RWE ab - Berufung sehr wahrscheinlich

Das Landgericht Essen hat heute die Zivilklage des peruanischen Bergführers Saúl Luciano Lliuya gegen RWE abgewiesen. Der Rechtsstreit ist damit aber wohl nicht beendet: Anwältin Verheyen kündigte an, dass ihr Mandant "höchst wahrscheinlich" vor die nächste Instanz, das Oberlandesgericht Hamm, ziehen werde. >> mehr
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Pressemitteilung
8. Dezember 2016

Klimaklage gegen RWE: Landgericht will am 15. Dezember Entscheidung über Beweisaufnahme verkünden

Der peruanische Bergführer Saúl Luciano Lliuya will erreichen, dass der Energiekonzern RWE teilweise für Schutzmaßnahmen vor Klimawandelfolgen in seiner Heimat aufkommt. Am kommenden Donnerstag entscheidet sich, ob die Essener Zivilkammer bei dieser Musterklage in die Beweisaufnahme geht.

Am kommenden Donnerstag (15. Dezember, 11 Uhr) will die 2. Zivilkammer des Landgerichts Essen verkünden, ob es in dem Prozess des peruanischen Bergführers und Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya gegen RWE in die Beweisaufnahme geht. Luciano Lliuya ist einige Tage nach der mündlichen Verhandlung am 24. November zurück in seine Heimat gereist und wird nicht persönlich teilnehmen können. Seine Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen (Hamburg) hofft auf eine positive Entscheidung des Gerichts. "Wir haben ausführlich dargelegt, warum unsere Klage zulässig und begründet ist." >> mehr
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Pressemitteilung
24. November 2016

Klimaklage gegen RWE: Landgericht trifft noch keine Entscheidung über Beweisaufnahme

Nach der ersten mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Essen will die Zivilkammer am 15. Dezember verkünden, ob der Fall in die Beweisaufnahme geht. Der peruanische Bergführer Saúl Luciano Lliuya will erreichen, dass der Energiekonzern RWE teilweise Schutzmaßnahmen vor Klimawandelfolgen in seiner Heimat übernimmt.

In der "Klimaklage" des peruanischen Bergführers und Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya gegen RWE hat das Landgericht Essen angekündigt, am 15.12. eine Entscheidung zu verkünden - entweder einen sogenannten Beweisbeschluss oder ein abschlägiges Urteil. Damit ist noch unklar, ob sich erstmals ein deutsches Zivilgericht im Detail mit der Frage beschäftigen wird, ob Mitverursacher des Klimawandels für den Schutz vor Risiken aufkommen müssen, die anderen infolge des globalen Klimawandels entstehen. Der Kläger Saúl Luciano Lliuya und seine Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen (Hamburg) sind jedoch optimistisch. "In einem offenen Verfahren haben wir heute dargelegt, warum unsere Klage zulässig und begründet ist sowie dass dies eine Klage ist, die vom Landgericht inhaltlich verhandelt werden muss", sagt Anwältin Roda Verheyen. >> mehr
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Pressemitteilung
17. November 2016

Klimaklage gegen RWE erstmals in mündlicher Verhandlung am Landgericht Essen

Am 24. November ab 12 Uhr verhandelt die 2. Zivilkammer im Fall des peruanischen Bergführers Saul Luciano Lliuya gegen RWE. Luciano Lliuya will erreichen, dass der Energiekonzern teilweise Schutzmaßnahmen vor Klimawandelfolgen in seiner Heimat bezahlt.

Am kommenden Donnerstag (24. November, 12 Uhr) verhandelt die 2. Zivilkammer des Landgerichts Essen erstmals mündlich über den "Fall Huaraz". Genau ein Jahr nach dem Einreichen der Zivilklage wird der Kläger, der peruanische Bergführer und Kleinbauer Saul Luciano Lliuya, auch selbst vor Gericht erscheinen. Er möchte erreichen, dass RWE entsprechend seinem Anteil an der Verursachung des Klimawandels für Schutzmaßnahmen an einem Gletschersee oberhalb der Andenstadt Huaraz aufkommt. >> mehr
Saul Luciano
Meldung
3. November 2016

Filmdokumentation „Letzte Chance für unser Klima – Worauf es jetzt ankommt“

Kinovorstellungen mit Diskussionsrunde in Hamburg, Berlin und Bonn

In der Dokumentation "Letzte Chance für unser Klima" von Christian Jentzsch werden die Folgen des Klimawandels und Reaktionen hierauf u.a. anhand der Gletscherschmelze in den Anden und des Falls Huaraz (Klimamusterklage "Saúl gegen RWE") deutlich gemacht. Der Film zeigt dabei anhand mehrerer Beispiele, auf welche Weise sich verschiedenste Menschen weltweit für die Verringerung des Treibhausgasausstoßes und mehr Klimagerechtigkeit einsetzen - von Saúl Luciano und seiner Anwältin Roda Verheyen aus Hamburg über das Germanwatch-Team bis hin zu den Aktivisten des Klima-Camps im Rheinland, vom Pfarrer in Jülich bis hin zum Papst mit der Enzyklika Laudato Si'. >> mehr
Der Fall Huaraz: Saúl gegen RWE. Gletschereis schmilzt. Verantwortung wächst.
Meldung
7. Juli 2016

Rückblick und Ausblick zum Fall Huaraz

Mündliche Verhandlung am 24. November

Der Fall ist der erste seiner Art vor europäischen Gerichten. Mit ihm ist bereits jetzt ein wichtiger Schritt nach vorne in Richtung neue juristische Möglichkeiten für Betroffene zu schaffen – als Hebel für politische Lösungen – gelungen. Das Landgericht Essen hat den Fall bereits als "Rechtssache von grundsätzlicher Bedeutung" eingestuft – die mündliche Verhandlung ist für den 24. November angesetzt. >> mehr
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Pressemitteilung
3. Juni 2016

Fall Huaraz: RWE bestreitet Verantwortung für Klimaschäden in den Anden - Mündliche Verhandlung im Herbst

Peruanischer Bergführer Saúl Luciano Lliuya will vor dem Essener Landgericht erreichen, dass der Energiekonzern einen Teil der Schutzmaßnahmen in seiner Heimat bezahlt. Huaraz wird von einem infolge des Klimawandels wachsenden Bergsee bedroht.

Die für RWE tätige Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer hat im „Fall Huaraz" erstmals auf die Zivilklage des peruanische Kleinbauern und Bergführers Saúl Luciano Lliuya reagiert und bestritten, dass der Konzern für die Folgeschäden des Klimawandels in den peruanischen Hochanden Verantwortung trage. In der Klageerwiderung behaupten die Anwälte, dass nach deutschem Zivilrecht keine Haftungspflicht bestehe. Der Kläger Saúl Luciano Lliuya hat mit einer solchen Reaktion gerechnet und betont, dass er mit seiner Hamburger Rechtsanwältin Dr. Roda Verheyen im Herbst in das mündliche Verfahren vor dem Landgericht Essen gehen werde. >> mehr
Blog Vorschaubild
Publikation

Saúl gegen den Klimawandel

Blog-Beitrag von Antonio Zambrano Allende (Direktor von MOCICC), 2016

Im Jahre 2001 schickte Peru seine erste offizielle nationale Mitteilung zum Klimawandel an die Vereinten Nationen. Seitdem wurden viele unabhängige Berichte zur Gefährdung unserer Umwelt und zu den Klimaveränderungen innerhalb von Peru veröffentlicht. Zusammen mit wissenschaftlichen und überlieferten Erkenntnissen entwickelte sich ein neues Bewusstsein für die Bedrohungen, die die auch im Alltag erlebbaren Klimaveränderungen verursachen. Zeichen dieser Veränderungen sind die massive Gletscherschmelze, Dürren, regelmäßige Flutkatastrophen, das Entstehen neuer Krankheiten, und das Aussterben traditionell bedeutsamer Agrarpflanzen. >> mehr

Weitere Infos und Materialien von Germanwatch zum Thema

Empfohlene externe Links und Publikationen

 

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit für Saúl, die Menschen in Huaraz und für mehr globale Klimagerechtigkeit mit Spenden an die Stiftung Zukunftsfähigkeit

Tagesschau stellt Saúl Luciano Lliuya vor

Saúl Luciano Lliuya, Huaraz/Peru

"Ich bin froh, aktiv geworden zu sein und nicht einfach zu warten was passiert. Es ist überwältigend für mich, wie viel Interesse und Unterstützung ich in meinem Land und weltweit erfahren habe. Das gibt mir Mut und Kraft weiter zu machen. Der Klimawandel betrifft alle Länder der Welt, wir müssen uns deswegen für die Gerechtigkeit einsetzen."

AnsprechpartnerInnen

Ansprechpartner für Medien

Die Bedrohungslage: Simulation eines großen Gletscherabbruchs, Ursache für eine Flutwelle

Quelle: large avalanche2 from Denny Rivas on Vimeo.

Weitere Animationen und Bildmaterial zur konkreten Bedrohungssituation auf wissenschaftlicher Grundlage von "The University of Texas at Austin"Living under flood risk in Huaraz City: Hazards lie below glaciers 


Unterstützt durch

Medienresonanz

Deutsche Welle, 13.03.2018
Video: Klima-Klage aus Peru - Bauer verklagt RWE (04:14 Min.)


Bayern 2, 01.02.2018
Gericht muss erneut Stellung nehmen


Handelsblatt, 02.01.2018
Grün und sozial per Geschäftsordnung


Deutschlandfunk, 01.12.2017
"Entscheidung könnte massiv Druck aufbauen"


The Guardian, 30.11.2017
German court to hear Peruvian farmer's climate case


Tagesthemen (ARD), 30.11.2017 (ab 11:05 min.)
Peruanischer Bauer erzielt ersten Erfolg gegen RWE


The Guardian, 10.09.2017
See you in court (Editorial)


Der Tagesspiegel, 6.03.2017
Klagen für mehr Klimaschutz


WDR (online), 26.01.2017
Peruanischer Kleinbauer klagt weiter gegen RWE


Süddeutsche Zeitung, 25.11.2016
Der Bauer, der gegen RWE klagt


International Business Times, 25.11.16
A Peruvian farmer is suing German energy giant RWE over climate change


New York Times, 10.05.2016
In Novel Tactic on Climate Change, Citizens Sue Their Governments


DIE ZEIT01.04.2016
 

Der Tagesspiegel09.12.2015
 
 

Bild.de, 24.11.2015
 

Süddeutsche Zeitung / sueddeutsche.de, 16.03.2015
Peruanischer Kleinbauer fordert RWE heraus

taz, 16.03.2015
Per Gericht gegen Klimawandel: Peruanischer Bergführer verklagt RWE