Continental AG und der Euzkadi-Fall

Continental AG und der Euzkadi-Fall

Der deutsche Reifenhersteller Continental AG hatte sein Werk Euzkadi in Mexiko unrechtmäßig geschlossen. Germanwatch hat sich mit einer erfolgreichen und ausgezeichneten Kampagne für die Rechte der mexikanischen Arbeiter eingesetzt.
Deckblatt: Eine andere Conti ist möglich
Publikation

Eine andere Conti ist möglich. Die erfolgreiche Kampagne zur Verteidigung mexikanischer Arbeitsrechte gegen den deutschen Reifenkonzern Continental AG

Was ist zu tun, wenn ein Unternehmen aus Europa in einem Land des Südens dort geltendes Recht bricht und internationale Normen missachtet? Mit dieser Frage hat sich die internationale Kampagne der mexikanischen Euzkadi-Arbeiter, von Germanwatch und FIAN beschäftigt. Natürlich war die Frage auch: können wir einen Konzern dieser Größenordnung überhaupt zu einer Verhaltensänderung bewegen? Und wenn ja, wie? Die Erfahrung zeigt: Conti gab nach. >> mehr
Bild: Germanwatch Pressemitteilung
Pressemitteilung
25. Januar 2006

Erfolgreicher Kampf gegen Verletzung von Arbeiterrechten ausgezeichnet.

Für die erfolgreiche Kampagne gegen die widerrechtliche Schließung eines mexikanischen Continental-Reifenwerkes erhalten heute die deutsche Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, die Menschenrechtsorganisation FIAN sowie die mexikanische Euzkadi-Gewerkschaft den "Positive Award". Der Preis zeichnet Kampagnen aus, die die Politik und das Verhalten von Unternehmen positiv verändert haben. Er ist Teil des "Public Eye Award", der jährlich von den Schweizer Organisationen "Erklärung von Bern" und "Pro Natura" zum Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos verliehen wird. >> mehr
Pressemitteilung
12. Mai 2005

Arbeitsrechte geraten bei Conti unter die Räder.

  Gemeinsame Presseerklärung von Germanwatch und Dachverband der Kritischen Aktionäre Berlin / Köln, 12.05.2005. Bei der heutigen Hauptversammlung des Reifenherstellers Continental in Hannover gab es massive nationale und internationale Proteste. Betriebsräte des Conti-Werkes "General Tire" im… >> mehr
Pressemitteilung
18. Januar 2005

Streit um Continental-Werk in Mexiko erfolgreich gelöst.

  Gemeinsame Pressemitteilung von FIAN und Gemanwatch Berlin / Herne, 18.1.05. Am gestrigen Montag wurde im Beisein des mexikanischen Staatspräsidenten Vicente Fox der jahrelange Streit zwischen dem deutschen Reifenhersteller Continental und der Gewerkschaft des Euzkadi-Werkes in… >> mehr
Pressemitteilung
12. Mai 2004

Continental hat gegen mexikanisches Recht verstoßen.

an   Pressemitteilung Berlin/Herne/Köln, 12.05.2004: Auf der Hauptversammlung der Reifenfirma Continental werden am Freitag (14.Mai) in Hannover Verletzungen von Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechten in beiden mexikanischen Tochterfirmen des Unternehmens angesprochen. Erstmals wird auf einer Hauptversammlung eines deutschen… >> mehr
Pressemitteilung
20. Februar 2004

Continental AG gerät beim Mexiko-Streit in weitere Bedrängnis

Herne / Berlin, 20.02.04: Der Streit zwischen der Continental AG und den Arbeitern ihrer mexikanischen Tochterfirma Euzkadi ist zugunsten der Arbeiter entschieden. Am vergangenen Mittwoch hat die mexikanische Bundesschiedstelle den… >> mehr
Pressemitteilung
6. Februar 2004

Continental verliert Rechtsstreit in Mexiko

Heidelberg / Berlin, 6.2.2004. Im Streit um die widerrechtliche Schließung des Continental-Werkes im mexikanischen Guadalajara hat der Reifenkonzern eine weitere juristische Niederlage erlitten. Einer Verfassungsbeschwerde der Arbeiter wurde nun in… >> mehr
Pressemitteilung
10. Juli 2003

Conti unterliegt erneut vor mexikanischem Gericht.

  Gemeinsame Pressemitteilung von FIAN und Germanwatch Herne/Berlin, 10. Juli 2003 Der deutsche Reifenkonzern Continental AG hat im Konflikt um die Schließung der Euzkadi-Fabrik in Mexiko erneut eine juristische Niederlage erlitten. "Dies ist bereits das dritte… >> mehr
Pressemitteilung
30. Mai 2003

OECD-Beschwerde: Start neuer Verhandlungen zwischen Continental und mexikanischer Gewerkschaft

Herne/Berlin, 30.05.2003 Zum Ende ihres Deutschlandbesuchs ziehen die Gewerkschafter vom mexikanischen Euzkadi-Werk eine erfolgreiche Bilanz. "Wir haben hier erreicht, was in Mexiko seit einem halben Jahr nicht gelungen war: Das… >> mehr
Pressemitteilung
22. Mai 2003

Entlassungen in Mexiko beschäftigen Continental Hauptversammlung

Gemeinsame Pressemitteilung von Germanwatch,  FIAN und Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre Berlin, 22.05.2003. Illegale Massenentlassungen in Mexiko werden die Hauptversammlung der Reifenfirma Continental am Freitag (23. Mai) in Hannover beschäftigen. Gewerkschafter aus Mexiko und Kritische… >> mehr

"Wie uns Germanwatch bei der Auseinandersetzung mit Continental geholfen hat, war fundamental: die Unterstützung bei der OECD-Klage, bei den zahlreichen Treffen mit deutschen Politikern, die Organisation unserer drei Europareisen und vieles mehr. Wir werden das nie vergessen und es in unseren Herzen tragen. Organisationen wie Germanwatch beweisen, dass es - sehr zum Ärger der internationalen Unternehmen - die Internationale Solidarität wirklich gibt!(März 2005)

Jesús Torres Nuño

Chef der unabhängigen Betriebsgewerkschaft des mexikanischen Reifenwerkes Euzkadi

Einführung in den Euzkadi-Fall

Euzkadi Belegschaft demonstriert

Im Dezember 2001 hatte der deutsche Reifenhersteller Continental AG nach Auseinandersetzungen mit der Betriebsgewerkschaft SNRTE sein Werk Euzkadi in El Salto in Mexiko unrechtmäßig geschlossen.

Germanwatch unterstützte die mexikanische Gewerkschaft seit 2002, diesen Rechtsbruch rückgängig zu machen. Die illegal entlassenen Arbeiter sollten an ihre Arbeitsstätte zurückkehren können. Für die während der Fabrikschließung vorenthaltenen Löhne sollten sie entschädigt werden. Gemeinsam mit Germanwatch haben die Mexikaner eine Beschwerde wegen Verletzung der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen vorgebracht. Darüber hinaus gab es zahlreiche Gespräche in Berlin, Brüssel und Mexiko mit Continental-Vertretern, Politikern, Journalisten und Gewerkschaftern. Jährlich traten die Gewerkschafter sowie NGO-Vertreter auf der Aktionärsversammlung von Continental auf. Germanwatch kooperierte hierbei eng mit der Menschenrechtsorganisation FIAN. 

Nach einem dreijährigen Streik der Arbeiter und den umfangreichen Aktivitäten der Kampagne gab Continental nach. Die wichtigsten Forderungen konnten durchgesetzt werden: die Wiedereröffnung des Euzkadi-Werkes im Februar 2005 und den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Zusätzlich wurden die Arbeiter zu 50 Prozent Miteigentümer des Reifenwerkes, das von der Gewerkschaft und dem mexikanischen Unternehmen Llanti Systems in einer gemeinsamen Gesellschaft übernommen wurde. 

In dem zweiten mexikanischen Continental-Werk in San Luis Potosí kam es 2003 ebenfalls zu Konflikten zwischen Unternehmensleitung und Gewerkschaft. Der Kampf der Euzkadi-Gewerkschaft motivierte die dortigen entlassenen Gewerkschaftsführer, sich mit einer ähnlichen Strategie für die eigenen Rechte einzusetzen. Sie reichten in Mexiko eine Beschwerde wegen Verletzung der OECD-Leitsätze ein und reisten mehrfach nach Deutschland, um ihre Situation auch hier bekannt zu machen.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen über die Entwicklung der Fälle.