Wie können lokale Transformationsinitiativen politische Nachhaltigkeitsstrategien mitgestalten?

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Wie können lokale Transformationsinitiativen politische Nachhaltigkeitsstrategien mitgestalten?

RENN.west auf dem 2. NachhaltigkeitsCamp in Bonn

Bild: NachhaltigkeitsCamp 2017

Über 150 Menschen tummelten sich zwischen Bühne, ausrangierten Eisenbahnwagons und bunten Wohnwagen in der Halle des „Basecamps“ – eines außergewöhnlichen Übernachtungs- und Veranstaltungsortes in Bonn – und tauschten sich in mehr als 30 einstündigen Sessions über verschiedenste Nachhaltigkeitsthemen aus. Es ging um nachhaltige Veranstaltungsorganisation, Personalführung oder Betriebswirtschaftslehre, die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Bonn oder einen „Sustainability Check“ für Organisationen, bis hin zu ganz praktischen Dingen wie Leben ohne Abfall, Reparieren oder regionaler Ernährung.

Daniela Baum von Germanwatch nahm für die Regionale Netzstelle Nachhaltigkeitsstrategien West (RENN.west) daran teil und bot eine Session an zu „Netzwerken für Nachhaltigkeit: Wie können lokale Transformationsinitiativen politische Nachhaltigkeitsstrategien mitgestalten?“. Knapp 20 Personen interessierten sich für das Thema und wollten vor allem auch erst mal mehr zu RENN.west hören und verstehen, was es mit diesem neuen Netzwerk auf sich hat. Zur Frage, wie man die Beschäftigung mit politischen Nachhaltigkeitsstrategien für Initiativen oder auch die Wirtschaft interessanter machen könnte, war der von vielen unterstützte Vorschlag, die Strategien auf jeden Fall herunter zu brechen und sich auf einzelne, konkrete Themen zu fokussieren, sowie die Expertise sozialer Innovationen vor Ort wertzuschätzen und die dort vorgelebten Nachhaltigkeitsimpulse aufzugreifen, politisch voranzubringen und zu verankern. Die Menschen fühlten sich nicht angesprochen, wenn es um einen Blumenstrauß von 17 Themen geht. Insbesondere für die Wirtschaft sollten wir kürzere Veranstaltungsformate anbieten – WirtschaftsvertreterInnen für einen ganzen Tag aus ihrem Unternehmen zu holen sei schwierig, so ein Vertreter der IHK; besser seien mehr und dafür kürzere Veranstaltungen, z.B. eine Veranstaltungsreihe zu einzelnen SDGs. Was sich Teilnehmende der Session von RENN.west wünschten war unter anderem, Netzwerke für Nachhaltigkeit zu visualisieren, gute Beispiele für Nachhaltigkeitsstrategieprozesse „zum Abschauen“ zu verbreiten und Akteure bekannter zu machen. Dabei sollen wir für unser zivilgesellschaftliches Netzwerk bislang noch nicht so intensiv einbezogene Akteure wie Forschungsinstitute im Blick behalten, aber auch Dissens und Pluralität aushalten. Und nicht zuletzt einen langen Atem wünscht man RENN.west.

Engagement Global und Bonn.digital luden am 9. Juni 2017 zum zweiten Mal zum NachhaltigkeitsCamp in Bonn ein. Es funktioniert nach dem Prinzip des „BarCamps“, d.h. am Tag der Veranstaltung haben alle Teilnehmenden die Chance, eine Session anzubieten und so das Programm zu gestalten. Themenfokus waren in diesem Jahr die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDG). Es wurde viel diskutiert, vorgetragen, ausgetauscht – gute Tipps, aber auch Visitenkarten. Eine schöne Vernetzungsveranstaltung an einem inspirierenden Ort.

Daniela Baum

Fotos: Engagement Global (CC BY-NC-SA 2.0)
 

Thema
15. Juni 2017

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